Walt Wilkins - Mustang Island - Cover
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Walt Wilkins Mustang Island


  • Label: CoraZong Records/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Ex-Baylor-College-Professor Walt Wilkins zählt in den USA zum Kreis etablierter Songschreiber, Produzenten und Gitarristen. Er lieferte u.a. Kompositionen für Pat Green, Kenny Rogers, Ty Herndon und Ricky Skaggs ab und schrieb die Musik für ein paar Hundert Film- und Fernsehproduktionen. 2002 wurde er in Texas als „Songwriter of the year“ ausgezeichnet. Sie haben trotzdem noch nie etwas von Herrn Wilkins gehört? Dann zählen Sie offensichtlich nicht zur Hardcore-Fangemeinde für Country bzw. Singer/Songwriter Musik.

Tatsächlich zählt der in San Antonio geborene und in Austin, Texas aufgewachsene Musiker zu den absoluten Kultfiguren der Singer/Songwriter-Szene im Heimatstaat von George W. Bush. Inzwischen lebt Wilkins seit gut zehn Jahren in Nashville und brachte mit „Fire, Honey And Angels” (2000) und „Rivertown“ (2002) zwei beachtete Alben heraus. Jetzt folgt mit „Mustang Island“ Album Nummer drei, an dem Wilkins über zwei Jahre arbeitete. Ob er damit in Europa einen Hering vom Teller zieht, darf allerdings stark bezweifelt werden.

Musik von Singer/Songwritern – oder wie es so schön auf Deutsch heißt: Liedermachern – ist in der Regel eine hoch emotionale Angelegenheit, die nicht jedermanns Sache ist. Oftmals verlieren sich die Jungs dermaßen in tränenrührenden Songs, dass beim Hörer der letzte Rest an guter Laune schlagartig verfliegt. Dennoch: Hat man erst mal den Zugang zu solchen Platten gefunden, reifen sie schnell zu großartigen musikalischen Erlebnissen heran. Dieser Funke will bei Walt Wilkins neustem Werk leider so gut wie nie überspringen.

Die Songs plätschern eintönig im Midtempobereich vor sich hin und können mit der Standard Countryinstrumentierung aus akustischen Gitarren, Fiddle, Mandoline, Slide- und Pedal Steel Gitarre keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Auch die Texte erzeugen bis auf wenige Ausnahmen („When there’s no money comin’ in“ befasst sich mit dem Thema Arbeitslosigkeit) keine Bindung zur Musik, sodass unterm Strich nur ein mittelprächtiges Country-Album steht, das höchstens beinharte Country-Fetischisten reizen kann.

Anspieltipps:

  • Long winter
  • Tonight I might
  • I chose this road
  • If it weren’t for you
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