Wheatus - Suck Fony - Cover
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Wheatus Suck Fony


  • Label: Montauk Mantis
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Cause I'm just a teenage dirtbag baby...”. Mit diesem Worten spielten sie sich in die Herzen der Fans und betraten die Bühne des internationalen Musikgeschäfts. Letzteres sollte ihnen zwar nicht gerade gefallen, doch dazu kommen wir später. Die Rede ist natürlich von Wheatus, die sich nun mit ihrem dritten Album und einigen Änderungen zurück melden.

Nachdem die Band um Brendan B. Brown (Gitarre/Gesang) einige Abgänge verschmerzen musste, wurden die alten Positionen neu besetzt. „Ich wollte immer schon ein weiteres, ergänzendes musikalisches Element in der Band“, erinnert sich Brendan. Nun, die Ergänzungen wurden gefunden. Und zwar in den Damen Shannon Harris (Keyboard), Kathryn Froggatt (Backgroundgesang) und Liz Brown (Backgroundgesang). Letztere, wie man vielleicht am Nachnamen ahnen kann, ist die Schwester von Brendan. Dazu gesellen sich Pete Brown (Schlagzeug) und Mike McCabe (Bass), der Wheatus inzwischen wieder verlassen haben soll, wie man hört

Aufgrund ihrer albernen Texte und der poppige Melodien wurden Wheatus von Anfang an in eine Schublade mit Teen-Popstars und diversen Spaß-Punk-Kapellen gesteckt. Dass sich die Band in dieser Rolle nicht wirklich wohl fühlte – wer sollte es ihr verdenken?. Zu dieser Sorte von Stars wollten Wheatus nie gehören und Pete Brown kommentiert dies folgendermaßen: „Wenn wir bei irgendwelchen Award-Shows hinter der Bühne warteten und uns einfach nur entspannen wollten, waren da überall diese Menschen, die wie verrückt ihre Tanzschritte und Bühnenperformances übten. Und ich dachte nur, was mache ich hier eigentlich?“. Wheatus wollten also nie Teenie-Idole darstellen. Doch ihre Musik ist eben genau für diese Zielgruppe attraktiv. Kurz:. Sie verstehen es einfach aus einer Mischung von Rock, Pop und Funk Lieder zu machen ohne besonders anspruchsvoll zu wirken.

Auch bei ihrem neuen Werk „Suck Fony“ gelingt ihnen dies wieder sehr gut. Aber halt! Bei einem Blick auf die Tracklist wird der geneigte Fan schnell feststellen, dass er die „neuen“ Lieder irgendwoher zu kennen scheint. Und richtig, „Suck Fony“ ist lediglich eine um zwei Songs geschafft („Hit me with your best shot“ und „William McGovern“) erweiterte Neuauflage des letzten Studioalbums „Hand Over Your Loved Ones“ aus dem Jahr 2003. Dieses erschien noch beim Branchenriesen Sony Music, von dem sich die Band nicht gerade freundschaftlich getrennt hat, wie der augenzwinkernde Titel verrät. Wer nicht gleich darauf kommt, sollte einfach mal die Anfangsbuchstaben der Wörter untereinander austauschen...

„Hit me with your best shot“ ist ein rockiger Song und besonders hier hört man heraus, was Brendan mit einer musikalischen Ergänzung meinte. Das Keyboard leistet gute Arbeit und wertet das in der Vergangenheit als „leer“ eingestufte Songwriting um einiges auf. Der zweite neue Song „William McGovern“) ist ein ruhiges Stück, bei dem nur im Refrain dezent in die Gitarrensaiten gegriffen wird. Der beste Track auf der Scheibe ist wohl „Lemonade“. Hier zeigen die Gitarren wie laut sie sein können, das Schlagzeug rummst ordentlich im Hintergrund und der Backgroundgesang wird im Refrain zum Leadgesang. Ein echter Partykracher, mit zynischem Text. Die übrigen Songs kennt man ja bereits von dem etwas unausgegorenen Vorgänger, sodass hier nicht näher darauf eingegangen werden muss.

Fazit: „Suck Fony“ ist ein bestenfalls nettes Album mit funkigen, rockigen und poppigen Liedern, die einfach gute Laune verbreiten. Einen echten musikalischen Nährwert sucht man auf dem Silberling allerdings vergeblich. Zudem hält sich der Kaufanreiz als Neuauflage von „Hand Over Your Loved Ones“ sehr in Grenzen, weshalb am Schluss eine Frage erlaubt sein muss: Für wen lohnt sich der Kauf dieser CD überhaupt?

Anspieltipps:

  • Lemonade
  • Freak On
  • The Deck
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