Black Label Society - Mafia - Cover
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Black Label Society Mafia


  • Label: Artemis Records/RYKO
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Mafia“ hat die Black Label Society ein Album eingespielt, das in ähnlicher Art und Weise schon vor 20 Jahren hätte entstehen können.

Ozzy Osbourne sollte besser aufpassen. Wenn er sich nach Unfällen, Drogenentziehungen, Krebserkrankungen und Fernsehauftritten nicht wieder vordergründig auf seine Musik konzentriert, wird er wohl früher oder später nur noch der Sänger von Zakk Wylde genannt werden. Im Moment jedenfalls ist Zakk der Gitarrist vom Altmeister. Was für den einen eine große Ehre ist, ist für den anderen ein großes Glück, denn kaum ein anderer beherrscht sein Handwerk so sehr wie der 37-Jährige aus New Jersey und beeinflusst damit die Musik des „Madman“ maßgeblich.

Zakk Wylde, der mit bürgerlichen Namen Jeffery Philip Wielandt heißt, setzt sich seit seinem 14. Lebensjahr intensiv mit dem Sechsaiter auseinander und ist einer der besten Gitarristen unserer Zeit. Wie auch andere Größen schafft er es, durch seine Art des Gitarrenspiels der Musik einen unverkennbaren Stempel aufzudrücken. Dabei kann er auf eine fast klassische Musikerkarriere zurückblicken. Nach der Highschool spielte er in diversen Bands, schrieb seine eigenen Songs und wurde durch eine glückliche Fügung des Schicksals Gitarrist bei einem der größten Rockacts der letzten 30 Jahre. Neben seiner Hauptaktivität, gründete Zakk 1992 die Band Lynard Skynhead, die sich wenig später in Pride And Glory umbenannte und 1994 das gleichnamige Debütalbum herausbrachte. Trotz seines Engagements für Ozzy veröffentlichte er das Soloalbum „Book Of Shadows“ (1997) und seit 1999 insgesamt sechs Alben mit seiner Black Label Society. Mit „Mafia“ erscheint nun das nächste „Black Label Society“-Album – das zweite innerhalb von 12 Monaten.

Schon der Opener „Fire it up“ haut mächtig auf die Ohren. Der Titel ist Programm, er eröffnet das Album mit einem Gitarrenriff, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Zusammen mit dem schweren Sound und Zakks Gesang entzündet es in jedem Fan härterer Musik ein loderndes Feuer. Mit „What’s in you“ geht es genauso weiter, und wer spätestens jetzt nicht mir dem Kopf wackelt, muss tot oder bereits volltrunken sein . Bei „Suicide messiah“ scheint Zakk die alten Alben seines Chefs näher unter die Lupe genommen zu haben; der Titel erinnert eindringlich an die früheren „Black Sabbath“-Zeiten. Mit „In this river“ befindet sich eine überraschend gefühlvolle Ballade auf dem Album, die sich nicht nur schön anhört, sondern auch absolut kitschfrei ist. Ein Klavier, das dezent von einer Gitarre begleitet wird und nur durch ein kleines Solo unterbrochen wird - das ist alles und reicht vollkommen aus. Doch zurück zum harten Rock! „Say what you will“ treibt durch Tempo und eingängigen Refrain weiter voran in Richtung Nackenschmerzen. Richtig schlechte Songs sucht man auf diesen Album vergeblich, lediglich „You must be blind“ und „Death march“ können nicht ganz überzeugen und rauschen am Hörer vorbei.

Mit „Mafia“ hat die Black Label Society ein Album eingespielt, das in ähnlicher Art und Weise schon vor 20 Jahren hätte entstehen können. Irgendwo zwischen Metal und Rock ist es ein Original in Zeiten des Umbruchs und Verkommerzialisierung. Dennoch wirkt es durch Zakks unglaubliches Gitarrenspiel weder alt noch verstaubt. Ein Soundtrack für alle diejenigen, die ihre Haare offen tragen, zu lauter Musik gern einen Gerstensaft trinken und deren Lederjacke noch nicht im Keller verschimmelt.

Anspieltipps:

  • Fire It Up
  • In This River
  • Suicide Messiah
  • Say What You Will
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