Frank Black - Honeycomb - Cover
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Frank Black Honeycomb


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war im letzten Jahr, als Frank Black und seine unwiderruflich mit dem Indie-Rock der Achtziger/Neunziger verbundenen Pixies zu einer Reunion ansetzten, die bisher zwar lediglich von Live-Auftritten getragen wurde und doch den Massen kühnste Träume erfüllte. Eine Uni-Party mit „Where Is My Mind“ ist noch immer denkbar, und auch ohne die Cover-Version von Placebo wäre dieser Stern der modernen Rockgeschichte mitnichten verglüht. 1993 lösten sich die Pixies auf, Kim Deal wendete sich den Breeders zu, während Frank Black nicht lange zögert und fast unberührt von der Auflösung in´s Studio ging und kurze Zeit später sein selbstbetiteltes Debüt veröffentlichte.

Weitgehend bestimmen rockige Momente die Soloalben von Black und auch klangvoller Pop findet seinen Weg auf die Scheiben, auf denen sich Frank Black zeitweise mit den Catholics zusammentut. „Black Letter Days“ (2002) und „Show Me Your Tears“ (2003) bieten überraschenderweise lupenreinen Singer/Songwriter-Sound und münden schließlich im Jahr 2004, mit der viel gepriesenen Pixies-Reunion.

Die Euphorie ist gerade etwas abgeklungen, da erscheint „Honeycomb“ – ein Album geerdet in Country, Blues und Southern Soul. Voller Gelassenheit wird in trockenen Wüsten die Western-Gitarre ausgepackt und äußerst viel Leben in ein zurückgenommenes Klangbild gehaucht. Unterstützt wurde Black von alt gedienten Nashville-Musikern wie Steve Cropper, Buddy Miller und Reggie Young an den Gitarren, David Hood am Bass und Spooner Oldham an den Keyboards. 11 Songs sind Eigenkompositionen und werden von den Coverversionen "Dark End Of The Street" (Dan Penn & Chips Moman), "Song Of The Shrimp" (Roy Bennett & Sid Tepper) und Doug Sahms "Sunday Sunny Mill Valley Groove Day" geschmackvoll eingerahmt, während Franks Ex-Frau Jean auf zartbittere Art und Weise mit ihm „Strange Goodbye“ intoniert.

„Honeycomb“ ist insgesamt stets wundervoll harmonisch und derart lieb, dass einem bei den ersten, leicht erreichten 10 Durchläufen nicht auffällt, wie die Stimme Frank Blacks mit der Klasse der vertretenen Musiker nicht immer mithalten kann und einen zwischendurch daran denken lässt, wie viel Gefühl die Vocals bei einer derartigen Instrumentierung aufbringen müssen. Das Gefühl ist da, blitzt auf und ist doch nicht ausreichend, um Frank Black ein echtes Meisterwerk zu bezeugen. Gut sind diese 14 Tracks in jedem Fall und verschönern im Sommer wie im Winter die ermatteten Seelen mit genügend Glanz und Leichtigkeit.

Anspieltipps:

  • I Burn Today
  • Another Velvet Nightmare
  • Strange Goodbye
  • Honeycomb
  • My Life Is In Storage
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