Britney Spears - Blackout - Cover
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Britney Spears Blackout


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Frau Spears ist für Kinder einfach kein Thema mehr.

Fröhlicher, mitsingbarer Teen-Pop á la „Baby one more time“ (1999) adé – willkommen tanzbarer Electro-Pop! Im Alter von fast 26 Jahren wurde es endgültig Zeit für eine kleine Stilkorrektur. Und diese liefert „Blackout“, das fünfte Studioalbum von Britney Spears, mit absoluter Konsequenz, wenn auch nicht zu 100% überzeugend. Denn es braucht mindestens fünf Songs, bis der Hörer sich an den neuen Britney-Style gewöhnt hat. Das liegt allerdings auch daran, dass ein paar der schwächsten Stücke ausgerechnet an den Anfang des Albums gestellt wurden.

Dazu gehört auch die schwache Singleauskopplung „Gimme more”, die zwar eine starke Produktion vorweisen kann, aber mit schwachem Refrain und einem Text, der platter nicht sein könnte, nicht wirklich glänzen kann. Und ruft man sich dazu noch den desaströsen Auftritt bei den diesjährigen MTV Awards ins Gedächtnis, ist der Ofen ganz aus. Dennoch: ein erster Fingerzeig in die neue Richtung wird gegeben. Denn nicht nur bei diesem Track ist überdeutlich herauszuhören, dass „Blackout“ neben dem Produzententeam Bloodshy & Avant auch von Nate „Danja“ Hills betreut wurde, der u.a. Nelly Furtados kommerziellen Geniestreich „Loose“ verantwortlich ist. Das bedeutet, dass die Beats mitunter wie ein randalierender Hamster in einem Pappkarton klingen („Perfect lover“), Rhythmen generell Vorrang vor Melodien haben („Hot as ice“) und die Atmosphäre ziemlich steril ausfällt („Radar“). Aber wie gesagt, man gewöhnt sich an alles.

Natürlich ist es nicht leicht, den ganzen persönlichen Müll im öffentlich geführten Leben Britney Spears’ der vergangenen Jahre auszublenden, wenn man sich mit ihrem neuen Album beschäftigt. Dazu liefert die Sängerin in den Texten („Piece of me“, „Why should I be sad“) einfach zu viele Angriffsflächen. Doch mit der eingeschlagenen stilistischen Metamorphose könnte sich Britney Spears durchaus in das Fahrwasser von Madonna begeben, die sich bekanntermaßen alle paar Jahre neu erfindet, auch wenn das kommerzielle Abschneiden darunter leidet. Das wird in Sachen „Blackout“ auch nicht anders sein, denn Frau Spears ist für Kinder einfach kein Thema mehr. Das erlauben Mama und Papa schlicht und ergreifend nicht. Und so darf der geneigte Erwachsene nun zum mechanischen Electro-Dance-Pop der Spears in verrauchten Rotlichtclubs unter blitzenden Discokugeln im hustenreizerzeugendem Trockeneisnebel abtanzen.

Anspieltipps:

  • Freakshow
  • Toy soldier
  • Perfect lover
  • Ooh ooh baby
  • Get naked (I got a plan)

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