Arena - Pepper´s Ghost - Cover
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Arena Pepper´s Ghost


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gemessen an den vollmundigen Versprechen war mehr zu erwarten, als eine lauwarme Verwurstung altbekannter Stilelemente.

Angelehnt an den Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“ haben die Mannen um Bandleader, Produzent, Keyboarder und Songwriter Clive Nolan, der auch bei der Neo-Progband Pendragon seine progressiven Brötchen verdient, zum zehnjährigen Bandjubiläum eine Comicstory rund um 5 Superhelden (u.a. Sherlock Holmes und Mr. Hyde) im London des ausklingenden 19. Jahrhunderts ersonnen. Entsprechend prächtig ausgestattet und hübsch illustriert ist die Erstauflage des neuen Arena-Albums „Pepper´s Ghost“ als Limited Edition in stabiler Digibookform im Handel erhältlich.

In gewisser Weise lassen sich auch musikalisch einige Vergleiche zum eingangs erwähnten Film ziehen, denn „Pepper’s Ghost“ kommt ähnlich uninspiriert daher. Auf der Suche nach ihrer eigenen Identität klapperten Arena in der Vergangenheit fast das gesamte Spektrum progressiver Rockmusik ab. Von den maßgeblich von Marillion beeinflussten Anfängen über atmosphärische Soundteppiche powered by Pink Floyd bis fast schon metalartigem Gitarrengeschrubbe war alles dabei. Und dennoch ist bei aller Klasse der Alben „The Visitor“ und „Immortal“ bist heute kein wirklich eigenständiger Sound dabei herausgekommen, bei dem man sagen könnte, das sei unverwechselbar Arena. Gemessen am neuen Album scheint es beinah so, als hätte man die Suche aufgegeben. Was hier aus den Boxen kommt ist über weite Strecken ideen –und abwechslungsarme, manchmal sogar kitschige Musik einer Band, deren Stilrichtung es sich auf die Fahnen geschrieben hat, möglichst innovativ und originell zu sein. Im Grunde können nur noch die Refrains überzeugen, aber selbst das längst nicht bei allen Liedern.

Das Album legt mit „Bedlam fayre“ und „Smoke and mirrors“ relativ stark los, lässt aber leider auch genauso schnell wieder nach und wagt nur bei „Purgatory road“ ein letztes Aufbäumen, bevor der Hörer mit dem schmalzigen „Opera fanatica“ ganze 13 Minuten lang endgültig den Abgesang auf die Glanzzeiten Arenas ertragen muss. Beim Rest der Platte kopieren sich die BritProgger fleißig selber. „The shattered room“ ist ein mäßiger Abklatsch von „The butterfly man“ (Immortal) und die Ballade „The eyes of Lara Moon“ klingt ebenso belanglos wie „Tantalus“. Außerdem bleibt festzuhalten, dass die Vertonung des typischen viktorianischen Flairs zum vorletzten Jahrhundertwechsel nur bedingt gelungen ist. Das Album könnte, rein musikalisch betrachtet, ebenso gut von umherziehenden Zigeunern im Mittelalter handeln. Natürlich ist „Pepper´s Ghost“ nicht durchgehend schlecht. Progfans kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten. Aber gemessen an den vollmundigen Versprechen und der Tatsache, dass mit Arena eine der hoffnungsvollsten Prog-Bands ihr Jubiläum feiert, war mehr zu erwarten, als eine lauwarme Verwurstung altbekannter Stilelemente.

Anspieltipps:

  • Bedlam Fayre
  • Smoke and mirrors
  • Purgatory Road
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