Dashboard Confessional - Dusk And Summer - Cover
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Dashboard Confessional Dusk And Summer


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Rockstar wird man nicht geboren, zu einem Rockstar wird man gemacht – ob man nun will oder nicht. So zumindest war es im Falle von „Dashboard Confessional“-Großhirn Chris Carrabba, in dessen Fokus nicht immer der Berufswunsch Profimusiker stand. Der von oben bis unten tätowierte Frauenschwarm mit Elvistolle hatte in seinem früheren Leben sogar einen recht normalen, manche würden fast sagen, spießbürgerlichen Beruf. Bevor Herr Carrabba als Singer und Songwriter so richtig durchstartete, verteilte er nämlich Einser und Sechser in der JC Mitchell Grundschule in Boca Raton, Florida, wo er als eine Art Musiklehrer für die ganz harten Fälle beschäftigt war. Das Liedermachen war für ihn zur damaligen Zeit nicht mehr als eine tiefe Passion und ein Werkzeug, die täglichen Brötchen zu verdienen.

Die latschigen Brötchen dürften mittlerweile jedoch einer eigenen Großbäckerei gewichen sein, betrachtet man den Erfolg des ersten „Dashboard Confessional“-Werkes „A Mark, A Mission, A Brand, A Scar“. Wie ein Lauffeuer entfachten Stücke wie „Hands down“ und dessen Mitstreiter unsere Herzen und lies die Flamme der Begeisterung endlich mal wieder für ernstgemeinten Poprock mit Anspruch auflodern. Man kann eigentlich von einem Übernachterfolg sprechen, denn Herr Carrabba hatte zwar auch schon vor Dashboard Confessional versucht den Durchbruch als Solist in der Akustikbranche zu meistern, doch erst als die Massen das erste Mal Dashboard Confessional in der Fernsehserie „Malcom Mittendrin“ und der amerikanischen Werbung gehört hatten, konnte Carrabba behaupten, den Sprung geschafft zu haben.

Da ist es natürlich nicht verwunderlich, dass der verwöhnte Hörer hohe Ansprüche an das neue Album „Dusk And Summer“ stellen und das neue Werk mit kritischen Augen betrachten wird. Doch alles wird gut! Lasst das Benzin im Kanister, packt die Fackeln wieder weg und lasst die Bretter im Schuppen, heute führen wir niemanden auf der Scheiterhaufen der Enttäuschung. „Dusk And Summer“ ist die perfekte Fortsetzung des erfolgreichen Vorgängers: Treibende Grooves, mitreißende Melodien, manchmal zu poppig aber immer noch rockig genug, um nicht nur der Masse zu gefallen. Aber gerade dem Durchschnittshörer wird „Dusk And Summer“ mit Sicherheit zusagen.

„Rooftops and inivations“ oder „Reason to believe“ haben ordentlich Tempo und haben stellenweise richtigen Punch, finden aber dennoch rechtzeitig die Bremse, um den Otto-Normal-Hörer ja nicht zu vergraulen. Und Tracks wie das Titelstück „Dusk and summer“ oder die Midtempohymne „So long, so long“ sind sowieso viel zu bezaubernd und herzzerreißend, um sie nicht zu mögen. In letzterem bescheren uns Dashboard Confessional sogar eine kleine Überraschung in Form eines Gastauftrittes von „Counting Crows“-Frontmann Adam Duritz. Einzig und allein die erste Single „Don't wait“ hätte man sich sparen können und sollen. Sie läuft schmalzig in den Gehörgang und verklebt diesen regelrecht mit Seichtigkeit. Ein Song ohne Charakter.

Ansonsten kann man an dieser Scheibe wenig bemängeln. Sie ist geworden, wie man sie erwartet und sich gewünscht hat. Eine Platte ohne großes Experimentieren, ohne große Veränderung, eine Scheibe zum Wohlfühlen, ganz einfach Dashboard Confessional. Wer schon „A Mark, A Mission, A Brand, A Scar“ mochte und sowieso eine kleine Affinität für luftig-leichten Poprock vorzuweisen hat, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Anspieltipps:

  • So long, so long
  • Rooftops and Invitations
  • Reason to Believe
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