Monkeeman - Burn To Shine - Cover
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Monkeeman Burn To Shine


  • Label: Dandyland Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das wahre Leben begann für den Monkeeman als Musiker einer Punkrockband. Eigentlich wollte er ja Fußballer werden. Er spielte sogar in der höchsten Klasse Niedersachsens. Mehr war am Ende dann aber doch nicht drin. Grund: die Musik. Von Wilhelmshaven, seinem Geburtsort, verschlug es ihn nach Berlin. Die Stadt der unverbrauchten Musiker, die aufregendste Stadt in Deutschland. Hier tobt der Bär – in Wilhelmshaven das Meer.

Der Monkeeman lebt seine Musik, und dies als überzeugender Independent-Künstler. Kein Majorlabel konnte ihn reizen, vielmehr wollte er raus, weg vom vorprogrammierten Gang aufs Abstellgleis, in den Schoss einer engagierten Plattenfirma. Dandyland - hier fühlt sich der Monkeeman gut aufgehoben. Seine Ideen kommen ihm bei einem kühlen Gezapften. Betrunken sein ist geil... zumindest umschwirren ihn dann die genialsten Ideen, die er am nächsten Tag in Musik verwandelt. Mit gecasteten Superstars und ihren Hütern im Hintergrund lebt er auf Kriegsfuß. Alles totaler Schwachsinn. Ein profilloser Wahn. Seine Einflüsse stammen aus vergangenen Tagen. Der Monkeeman steht auf The Jam, The Clash, Small Faces, The Kings. Gitarrenlastiges, britisch angehauchtes Zeug eben. Dies drückt sich auch in der Musik des Monkeeman aus. Sein Musikstil hat diesen gewissen britischen Sog damaliger Tage. Und seine Zukunft ist bereits abgesteckt. Songs schreiben, Musik machen und Alben veröffentlichen. Und irgendwann„... werde ich Bürgermeister von Esens....“ (ein kleiner Ort in Ostfriesland, in der Nähe von Aurich).

Hinter dem Monkeeman verbirgt sich der Gitarrist und Songwriter Ralf Lübke. In den 90er Jahren war er bereits erfolgreich mit der Band The Colour Red zugange und tourte im Vorprogramm von Fury In The Slaughterhouse. Als seine Band den Bach runter ging, etablierte er sich als Songwriter und Studiomusiker, u.a. für Elton John, Jimmy Sommerville, Lemonbabies, Rosenstolz, Bela B. und Patricia Kaas. Doch nach all den Jahren des Arbeitens für andere, hat Ralf Lübke nun die Kurve gekratzt und eigenes Songmaterial, mit Unterstützung von Produzent Patrik Meier (Wir sind Helden) zusammengestellt.

„Burn To Shine“ nennt sich das Album und begeistert auf ganzer Linie. Weg vom ewigen, nicht mehr hörbaren Popsternchen Alltagseinheitsbrei, hin zum gepflegten Rock und Pop mit einem Hauch Nostalgie. Diese Sehnsucht nach alten Zeiten spielt sich hier und da immer mal wieder in den Vordergrund. Ein paar Schrammelsounds und Rockgitarren verbinden sich geschickt mit den typischen Independent-Sounds unserer und vergangener Tage. Gut sortierte und eingängige Beats werden wohldosiert eingestreut. Hier und da findet sich auch Platz für einen fetten Riff aus vergangenen Punkrock Zeiten. Die Mischung macht’s. Ralf Lübke verbindet mit seinen Songs die Wirren des Alltags mit den Problemen in allen Lebenslagen. Liebe und Unzufriedenheit („Sad to see you go“ oder „Love is a drug“), Verzweiflung und Hoffnung („Am I not a bit like you“), perspektivlose Träume („Is it getting better“). Da darf es auch mal spöttisch und gemein klingen („Life is wonderful“). Eine Frage steht allerdings immer noch im Raum: „Wann wird’s endlich besser? Die Antwort folgt auf dem Fuße: „Schon der Versuch zählt.“ Der Monkeeman gibt drei vor und wir lassen uns einfangen. „Burn To Shine“ ist mal wieder etwas Edles aus unabhängigen Hirnen. Facettenreiche Musik die Spaß macht.

Anspieltipps:

  • Am I Not A Bit Like You
  • Stand Like A Man
  • Sad To See You Go
  • Is It Getting Better
  • The Honour Is In The Trying
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