Melanie C - Beautiful Intentions - Cover
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Melanie C Beautiful Intentions


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Doch wie soll man eine gute Rockplatte produzieren, wenn das Songmaterial miserabel ist?

So gut wie jeder, der zwischen 1982 und 1986 geboren ist, männlich und hetero ist, war wohl in mindestens ein Mädchen der Spice Girls verliebt. Das zeigt, dass das Konzept, das jedes Girl einen bestimmten Stereotyp verkörpern soll, aufgegangen ist. Nach dem Ende der Spice Girls, folgten bald Soloprojekte der fünf Mädels. Doch während die Projekte mehr (Melanie B., Victoria Beckham) oder weniger (Geri Halliwell, Emma Bunton) floppten, konnte zumindest Melanie C. ein paar Hits verbuchen.

Melanie C. war dabei von Anfang an am interessantesten, weil sie sich sehr von den Spice Girls unterschieden hat. Die Duette mit Bryan Adams („When you’re gone“) und Lisa ‚Left Eye’ Lopes („Never be the same again“) und das Album „Northern Star“ (1999) waren ein vielversprechender Anfang. Leider war es auch schon der bisherige künstlerische Höhepunkt von „Sporty“, denn das zweite Album „Reason“ (2003) enttäuschte mit uninspirierten, nichtssagenden Radiosongs. Als Konsequenz stand sie plötzlich auf der Straße, ohne Plattenvertrag und mit Depressionen. Doch ihren Ehrgeiz hat sie nicht verloren. Und so steht sie zwei Jahre später mit eigenem Label „Red Girl“ und der CD „Beautiful Intentions“ fester denn je auf beiden Beinen.

Leider fällt bereits beim ersten Anhören der neuen CD auf, dass nichts auffällt. Wie das Programm eines Radiosenders dudelt Fräulein C. im Hintergrund und suhlt sich im Nährboden der Belanglosigkeit. Mal laut und leise, mal leise und laut – doch nie hat man das Gefühl, den wirklichen „Next best superstar“ zu hören. Die Anfänge der Songs klingen entweder rockig („Never say never“) oder schön („Better alone“), halten aber nicht was sie versprechen, weil sie einfach nur platt sind und keine Spannung besitzen.

Das Album ist instrumental genau aufgeteilt. Es gibt die rockigen Songs mit rauen Gitarren und derben Riffs, die zu Recht untergehen („Beautiful intension“, Little piece of me“) und Pianoballaden mit Streichern („Better alone“), die einfach vergessen werden, weil sie keine guten Gesangsmelodien haben. Das gilt auch für die Rocksongs. Einzig „Next best superstar“ bietet einen eingängigen Mitsingrefrain, den man sich aufgrund des banalen Textes aber gar nicht mitzusingen traut. Nett und erträglich wird das Album, wenn man bei Track 10 ankommt und die Ballade „Here & Now“ ertönt. Der Song bietet sich geradezu an, ihn unter der Dusche zu trällern. Leider wird der Moment mit dem nachfolgenden „Take your pleasure“ zerstört, denn das Stück nervt einfach nur durch sinnlose Gitarreneffekte. Und mit „Little piece of me“ macht Melanie plötzlich auf Ashlee Simpson. Dabei wollte sie doch früher wie Pink sein! Erst bei „Good girl“ wird dem Hörer klar, wo die Stärken der 31-Jährigen liegen: nämlich bei den Balladen, wie schon auf „Northern Star“. Denn durch Melanies gewöhnungsbedürftige Stimme werden gerade die Balladen interessant. Auch wenn sie definitiv besser sein könnten.

Fazit: Eigentlich wollte Mel C. auf den Zug der Garagenbands aufspringen, sonst hätte sie nicht „Franz Ferdinand“-Produzent Greg Haver engagiert. Doch wie soll der eine gute Rockplatte produzieren, wenn das Songmaterial miserabel ist?

Anspieltipps:

  • Good Girl
  • Here & Now
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