Herbert Knebel - Live Und Zuhause - Cover
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Herbert Knebel Live Und Zuhause


  • Label: Transglobal/SONY
  • Laufzeit: 110 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Boh, glaubse? Dat ollen Knebel aus Altenessen is zurück inne Siedlung. Der „Erfolgsrentner“ aus dem Ruhrpott haut mal wieder ordentlich auf den Putz und stellt die Dinge des Lebens unmissverständlich klar. Natürlich wieder mit dabei: seine Frau Guste, die Enkelkinder Marcel und Jackeline, Horst Koslowski, Kurt Harras, Günther Gall, Gustes Kegelschwester Johanna Fleischer und diverse Saublagen.

Unser Mann im Pott stellt auf seinem insgesamt neunten Album (darunter zwei „Best Of“-Sammlungen) „Live Und Zuhause“ Auszüge seines Solo-Programms „Ich glaub, mich holnse ab“, aufgezeichnet bei Auftritten am 13. und 14. November 2004 im Forum Niederberg zu Velbert und bisher unveröffentlichtes Material vor. Wie immer präsentiert Uwe Lyko, alias Herbert Knebel, kongeniale Geschichten, die das merkwürdige Treiben um ihn herum beschreiben. Schonungslos gegenüber sich und seiner Umwelt deckt er die Wahrheit auf und zeigt, dass anscheinend nur er alles Griff hat. Er behandelt brisante Themen wie Spielsucht, Urlaubsbekanntschaften und die späte Liebe mit unverwechselbarem Humor und grandiosem Ruhrpott-Slang.

„Deutschland tut mal wieder ein am suchen“. Knebel spricht an, was „uns allen unheimlich auf’n Zünder geht“: Dieter Bohlen, dat Blockfötengesicht und die ganze Talentscheiße, sprich Talentshows. „Ob Superstar, Popstar, Superklon, Supermodell – egal – immer versucht irgendwo so ’n Würstchen Karriere zu machen. Wie die Sandra Krockoschinksi ausse Nachbarschaft. Die is sogar ne Runde weitergekommen. „Aber wenn die auf’m Treppchen landet, dann lande ich in der Klapse“.

Zeiterscheinungen kommen und gehen. Wie die trendigen Bauchfrei-Girls, die leider nicht so gebaut sind wie so ’n Fotomodel. Leider ganz im Gegenteil. „So ne Speckwulst rumrund am Rausquellen. So ’n dicken ‚Pierzingring’ inne Mitte drin, abgerundet mit ner ‚Tätowation’, die aussah wie ne Gürtelrose“.

Was ihm Sorge bereit bei der jungen Generation, ist der verlorenen gegangene Respekt und die Achtung vor dem Individuum. Das weiß auch Kurt Harras, der den St. Martin gibt und sich dabei allerlei Erniedrigungen aussetzen muss. „Aber hömma, so ist das auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Fragen se doch mal das Christkind oder den Nikolaus. Das will doch heutzutage keiner mehr werden“.

„Helmut Borsig erzählte dat die Tage, dass sich Hans und Lore getrennt hätten, weil die Lore gezz mit ner anderen Mutti ein Paar bildet. Dat einer von ne Polung auf Gleichstrom schaltet, dat is neu. Ich dachte immer, Homosexuelle, also Frauen, die gibbet nur im Kino und in Köln. Aber irgendwann is auch bei die sexuell die Flasche leer“.

Ender der 80er Jahre erschuf Uwe Lyko die Kunstfigur Herbert Knebel. Mittlerweile ist diese aus der deutschen Comedy-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Aus einer Laune heraus wagte er mit einem Mix aus Musik, Comedy, Theater und Klamauk ein bis dato neues Kabarett-Projekt: Herbert Knebels Affentheater. Das Quartett verkörpert jene Eckensteher, die wetternd und wartend vor Trinkhallen und Schrebergärten rumlungern. Doch egal, ob solo oder im Quartett - zusammen mit Ernst Pichel, dem Trainer und Ozzi Ostermann - mit ihrem wundervollen Humor bespaßen die meckernden Ruhrpott-Rentner die Republik. „Live Und Zuhause“ tut dem keinen Abbruch und liefert auf zwei CDs (eben „Live“ und „Zuhause“) das gewohnte Spitzenprogramm ab!

Anspieltipps:

  • Lehrer
  • Freibad
  • Spielsucht
  • Nacktfotos
  • Modetrends
  • Haschbruder
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