Ryan Adams - 29 - Cover
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Ryan Adams 29


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wahrscheinlich wäre es effektiver gewesen, aus drei Alben zwei oder gar eins zu machen.

Wie macht der Mann das nur? Er hatte sich vorgenommen, 2005 drei Alben zu veröffentlichen, und hat dies, rein theoretisch gesehen, auch geschafft. Theoretisch deshalb, weil der Veröffentlichungstermin seiner neuesten CD „29“ in Deutschland immer wieder verschoben wurde. Viele seiner Anhänger wird dies eh nicht sonderlich berühren, schwer genug ist es ja, innerhalb von acht Monaten drei Alben zu verinnerlichen.

Nach dem eher untypischen „Jacksonville City Nights“ macht Herr Adams auf dieser CD das, was er am besten kann – er schreibt poetische Texte, die er mit sparsam arrangierten Melodien untermalt. Einiges mag dem Hörer bekannt vorkommen, auch der Meister stielt von sich selbst, textlich und musikalisch. Er schafft es dennoch, hundertfach gehörte Zeilen wie „Where ever you are, I hope you´re happy now“ (aus „Elizabeth, You Were Born To Play That Part“) besonders klingen zu lassen. Und wie immer entfalten viele seiner Lieder ihre Schönheit erst beim mehrfachen Hören, so auch „Blue Sky Blues“, welches, ähnlich wie „Strawberry Wine“, zu Beginn etwas belanglos wirkt – sich jedoch später als Kleinod erweist.

Abgesehen von dem Eröffnungstrack „Twenty Nine“, sind die Lieder weitgehend ruhig gehalten. Gleichwohl gibt es auch für Adams, der schon so viel veröffentlichte, neues Terrain zu ergründen. „The Sadness“ – vom Flamenco beeinflusst, begründet dann auch den Hype, der immer wieder um den Songwriter gemacht wird: der Song ist fesselnd, mitreißend und ein eindringliches Plädoyer an die Verzweiflung. Nur „Voices“ klingt angestrengt. Viele werden beim Hören des Liedes wahrscheinlich sagen, dass es dem Künstler hier besonders eindringlich gelungen ist, seine Gefühle darzustellen, klingt es doch intensiv leidend. Aber es erscheint kalkuliert, als ob man eben dies von Herrn Adams erwarten würde. Und irgendwie ist es ja auch so.

Aber nicht alle Erwartungen werden bekanntlich erfüllt, und so wäre es wahrscheinlich effektiver gewesen, aus drei Alben zwei oder gar eins zu machen. Dafür weniger beliebig, sondern mehr atemberaubend.

Anspieltipps:

  • The Sadness
  • Strawberry Wine
  • Elizabeth, You Were Born To Play That Part
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