Ani Difranco - Knuckle Down - Cover
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Ani Difranco Knuckle Down


  • Label: Righteous/INDIGO
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ihre Musik ist so unverwechselbar wie ihre optische Ausstrahlung. Sie vereint äußerst selbstbewusst jegliche Widersprüche: Ani DiFranco – vielschichtig facettenreich, mal ruhig und harmonisch, traditionell verwurzelt, mal wild und unkonventionell, mal explodierend. Sie liebt den Punk, ihre Diktion findet sich allerdings in vielen Spielarten der Musik wieder.

Ani DiFranco ist eine Ausnahmeerscheinung. Zwischen den Jahren 1990, das Jahr ihrer Debütveröffentlichung, und 2004, produziert sie 18 Alben und verkauft diese ohne jegliche kommerzielle Unterstützung über drei Millionen Mal. Sie passt so gar nicht ins Bild der typischen Vermarktungsstrategen der Plattenindustrie. Das hängt wohl auch zum größten Teil an ihren politischen Aussagen. Damit tun sich eben hiesige, wie auch internationale Plattenfirmen-Bosse schwer. Doch wen interessiert es? Ani DiFranco zumindest nicht. Sie geht einfach ihren Weg. Sie hat eben ihren eigenen Kopf.

1970 erblickt Ani DiFranco in Buffalo, New York das Licht der Welt. Bereits in jungen Jahren verschreibt sie sich voll und ganz der Musik. Sie interpretiert anfangs Beatles-Klassiker, gastiert landauf landab mit ihren Songs und ihrer Gitarre im Gepäck in Bars, bis es sie mit 15 packt, ihr Zuhause zu verlassen. Ani zieht es nach New York, die Stadt ohne Grenzen. Erste Gehversuche in der Großstadt wirken sich positiv auf ihr weiteres Schaffen aus. Sie komponiert eigene Songs und gründet schließlich, gegen jegliche Konvention, ihr eigenes Label Righteous Babe Records, das bis heute eine gefragte Adresse für Künstler ist, die mit großen Plattenfirmen nichts zu tun haben wollen.

Ani DiFranco’s Musik ist in vielen Kreisen in aller Munde. Besonders die feministische Liga hat sie als Galionsfigur auserkoren, was sich wohl darin begründet, dass Ani mit ihren politisch geprägten Liedern viele Gemütern erregt. In ihren Texten haut sie jedem in die Seite, der es ihrer Meinung nach verdient. Besonders die Republikaner haben es ihr angetan, aber auch die NRA – die „National Rifle Association Of America“ bekommt ihr Fett ab. Ihre Attitüde lebt im Punkrock, ihre Ausdrucksformen erblühen jedoch in den unterschiedlichsten musikalischen Genres.

„Ani DiFranco ist nicht allein auf ihrem neuen Album“, verkündet die Plattenfirma. Und tatsächlich gesellt sich auf „Knuckle Down“ ein Haufen Musiker an ihre Seite, die ihr zum Teil bereits in der Vergangenheit die Treue gehalten haben. Da wären Todd Sickafoose (Bass, Orgel), Patrick Warren (Piano), Jay Bellerose (Drums), Andrew Bird (Violine), Tony Scherr (Gitarre), Noe Venable (Vocals), Julie Wolf (Melodica) und Niki Haris (Vocals). Auch auf ihrem neuen Album bleibt Ani so poetisch wie eh und je. Sie behält ihre Eigenständigkeit und lässt uns ihren eigenen Willen spüren. Sie überzeugt auf ganzer Linie, und dies zum einen poetisch bildreich, wie auch wild und ausgelassen unerbittlich. Und das, obwohl „Knuckle Down“ über weite Strecken akustischer und ruhiger rüberkommt als seine Vorgänger. Egal, raus mit dem Frust, dem Ärger und der Wut, raus mit der Lust und der Freude! So macht es auch diesmal wieder Spaß hinter die Texte zu blicken. Ob „Parameters“, „Minerva“ oder „Manhole“ – Ani DiFranco spielt mit Poesie und Musik wie kaum eine Zweite. Deshalb: Wem es nach echter Lyrik gelüstet und nicht abgeneigt ist, sich facettenreicher Musik hinzugeben, dem sei Ani DiFranco ans Herz gelegt.

Anspieltipps:

  • Studying Stones
  • Sunday Morning
  • Seeling Eye Dog
  • Parameters
  • Recoil
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