Bloc Party - Silent Alarm - Cover
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Bloc Party Silent Alarm


  • Label: V2/Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur hier wissen wir: Copy Kills Music.

Am Anfang war es nur ein Wort, ein Begriff, eine Name und eine Einladung zu blöden Wortspielen: Eine Band namens „Bloc Party“, wie dämlich! Hat aber nichts mit „Jenny vom Block“ zu tun. Der Hype kam natürlich aus England, wer wurde da bitte noch nicht tot gehypt? Und genau deshalb waren Wortspiele legitim. Im Nachhinein tun sie aber leid und weh.

Nun blicken sie vom Cover der „Intro“, begeistern bei Kuttner und sind viel viel besser als die sowieso viel zu überschätzten Franz Ferdinand (genau! – die Redaktion). Bloc Party machen Tanzmusik. Und das auf erstaunlich hohem Niveau. Die Gitarristen Kele Okereke und Russell Lissack bieten bereits beim Opener „Like eating glass“ eine kleine Effektparade und spielen sich dann in den harmonischen Hintergrund und bieten einen musikalischen Schleier, der sich bei vielen anderen auch als Teppich ausbreiten würde. Bloc Party unterbieten dies, Vielfalt wird anscheinend groß geschrieben. Aber letztlich machen Gitarre und Bass sowieso nur Platz für ein wild agierendes Schlagzeug, das anscheinend von „Tier“ aus der „Muppet Show“ gespielt wird. Matt Tong spielt die Drums so energisch, als ob es sich um eine Schlagzeug-Platte handeln würde. Ähnliche Drum ’n’ Bass-Geschichten wie auf der letzten Radiohead sind bei Tong Alltag, nur dass Phil Selway dagegen alt aussieht. Jede Lücke Musik wird mit dem Schlagzeug gefüllt. Eine Vorliebe für Toms und Snare-Breaks ist dabei deutlich zu erkennen.

Nach 15 Minuten scheint die Party mit „Blue light“ einen Ruhepunkt zu finden. Endlich, denn die vorangegangenen Songs sorgten für ziemlich viel Bewegung und noch mehr Schweiß. Und trotz seines langsamen Anfang treibt das Schlagzeug die Füße erneut zum Tanzen und belässt dieses auch bei „She’s hearing voices“. Ein tranceähnlicher Zustand wird erreicht, wird aber im darauffolgenden Stück gebrochen. „This modern love“ ist ein klassischer Popsong, sehr schön und stimmig, und fügt sich deshalb nahtlos in die Musikalität des Albums ein. Danach kann sich „Silent Alarm“ leider nicht mehr in die Tanzbarkeit und in den Trancezustand zu steigern. „Pioneers“ schwebt zwar wieder vor sich hin, aber irgendwie fehlt nach „This modern love“ die Motivation zu einer Tanzplatte. Stattdessen lässt die wunderbare Single „So here we are“ die Beine auf dem Boden und zeigt dem Hörer ein Paradebeispiel für minimalistische Rockmusik. Die Augen schließen sich, öffnen sich noch kurz für „Luno“, aber das langsame Nicken triumphiert doch bei „Plans“.

Was sich zuerst als Tanzplatte zeigt, entpuppt sich gegen Ende als ein Album zum Augen schließen und träumen. „Silent Alarm“ endet dann wie es der Name verspricht: Leise und trotzdem alarmierend. Ein Widerspruch? Bloc Party beweisen, dass sich das nicht ausschließt und zeigen sich dabei als eine außergewöhnliche Band, dessen Musikrichtung in Zukunft noch oft zelebriert wird. Nur hier wissen wir: Copy Kills Music.

Anspieltipps:

  • Blue Light
  • Like Eating Glass
  • Positive Tension
  • This Modern Love
  • So Here We Are
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