Korn - See You On The Other Side - Cover
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Korn See You On The Other Side


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 61 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Korn sehen ihr neues Album als musikalischen Neuanfang an.

Die Gruppe Korn zählt neben Slipknot und Limp Bizkit zu den wirklichen Nu-Metal-Sensationen der 90er Jahre. Von ihren Alben verkauften sie weltweit mehr als 25 Millionen Einheiten. Doch die Zahlen waren in der letzten Zeit rückläufig. Auch kamen viele Songs nicht mehr ausnahmslos gut bei den Fans an. Korn manövrierten sich Stück für Stück in die Krise. Und so verwundert es nicht, dass ihre Plattenfirma (SonyBMG) keine großartigen Anstrengungen unternahm, als die Band mit einem Labelwechsel kokettierte. Man ließ die Jungs ziehen und freute sich über das gesparte Geld.

Das durfte nun Virgin/EMI in den wankenden Nu-Metal-Riesen investieren. Dieser haute die Kohle amtlich raus und engagierte mit Linda Perry (Pink, Christina Aguilera, Kelly Osbourne), Glenn Ballard (Anastacia, No Doubt, Alanis Morissette) sowie Dallas Austin (Gwen Stefani, Brandy, Macy Gray) so ziemlich das Beste, was auf dem Markt zu haben ist. Nur, funktioniert hat es leider nicht, weil die Auserwählten ihren eigenen Stil in das Songwriting einbringen wollten. Auf solche Späße ist Bandleader Jonathan Davis gar nicht gut zu sprechen.

Die zum Quartett geschrumpfte Band (Gitarrist Brian Welch verließ Korn, um sein Leben dem christlichen Glauben zu widmen) wandte sich daraufhin Atticus Ross (Bad Religion, Nine Inch Nails, Pink) und The Matrix (Avril Lavigne, Britney Spears, Ricky Martin) zu, die das siebte Studioalbum schließlich in trockene Tücher bekamen. Doch vielleicht wäre es besser gewesen, wenn die Tracks auf „See You On The Other Side” nie das Licht der Welt erblickt hätten.

Korn sehen ihr neues Album als musikalischen Neuanfang an. Dagegen ist nichts zu sagen. Nur dass dabei über weite Strecken die geballte Wut und der unverwechselbare Sound vergangener Tage auf der Strecke bleiben würden, war nicht abzusehen und ist schlicht ein Ärgernis. Natürlich dürfen die Herren Künstler machen was sie wollen. Und das Publikum hat auch kein Anrecht auf einen speziellen Sound. Doch wenn sich eine herausragende Gruppe mal eben so um ihre größte Stärke beraubt, ist dies einfach nur traurig. Dabei hat der Niedergang nicht mal etwas mit der Produzentenwahl zu tun, er liegt vielmehr an den total uninspirierten Kompositionen, die mit Industrial-Krach, Sequenzern und Loops zugekleistert werden.

So klingen Korn mal wie Limp Bizkit („Politics“) oder Marilyn Manson („10 or a 2-way“) und wenn es etwas leiser zu Werke geht, wie eine verunglückte Ausgabe von Depeche Mode („Tearjerker“). Nein, „See You On The Other Side“ ist nicht etwa zu poppig („Twisted transistor“), zu experimentell („Throw me away“) oder zu wenig Metal-like („Hypocrites“) geraten, dieses Album ist schlicht der künstlerische Tiefpunkt in der Geschichte einer Band, die schon länger orientierungslos umherschlingert und nun vollkommen vom Kurs abgekommen ist. Irgendwie beängstigend.

Anspieltipps:

  • Liar
  • Coming undone
  • Twisted transistor
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