Franz Ferdinand - You Could Have It So Much Better - Cover
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Franz Ferdinand You Could Have It So Much Better


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Geschichte des Triumphs begann für vier junge Männer an der Kunsthochschule von Glasgow, wo sich Franz Ferdinand kennen lernten. Es ergab sich schnell eine gemeinsame Leidenschaft, die sich Musik nennt. Sänger und Gitarrist Alex Kapranos war schon länger im lokalen Pop-Underground unterwegs und spielte in Bands wie The Karelia und Yummy Fur. Der Wunsch einer neuen Band überkam ihn allerdings sofort, als er Bob Hardy (Bass), Paul Thomson (Drums) und den aus Bayern zugezogenen Nick McCarthy (Gitarre) traf. Franz Ferdinand verwandelten in ihrer Heimatstadt ein leer stehendes Lagerhaus in „The Chateau“, wo Filme, Musik und malerische Kunstwerke eine neue Präsentationsfläche bekamen. Mit den Singles „Darts Of Pleasure“ und „Take Me Out“ begann der Siegeszug durch Großbritannien, der für den NME ein gefundenes Fressen darstellte und alsbald mit „This Band Will Change Your Life“ titelte. Das selbst benannte Debüt zündete dann auch in Deutschland, wo die Printmagazine Intro und Spex das Potential dieser Band früh erkannten und so ihren Anteil am steigenden Bekanntheitsgrad hatten. Ohne Zweifel war das Jahr 2004 das Jahr von Franz Ferdinand und vielen Nachzüglern aus dem Vereinigten Königreich.

Das Jahr 2005 sieht ähnlich rosig für Franz Ferdinand aus, wenn man den mit Spannung erwarteten Nachfolger „You Could Have It So Much Better“ als Maßstab nimmt. Dessen musikalische Ausdrucksstärke lässt sogar das Debüt ins Hintertreffen geraten.

Als Single veröffentlicht, nimmt „Do You Want To“ mit zwingender Beatmusik und einem beachtlichen Hitpotential genügend Maß, um sich sicher zu sein, dass erneut Eleganz und druckvolle Ästhetik zum Erfolg führen werden. Das Album beinhaltet Hits, Hits und vielleicht auch noch einmal Hits, soviel steht fest. „This Boy“ kommt zügig um die Ecke und ist rhythmisch versierter, als alles andere was Franz Ferdinand bisher veröffentlicht haben. Wunderbar zum Hüften schwingen und staunen, denn zwingender geht es fast schon gar nicht mehr. Gerade das ausgefeilte Songwriting, welches manchmal auch ruhige Momente mit Piano, Akustikgitarre und einem wie immer schmachtenden Alex Kapranos hervorbringt, ist detailreicher und variabler als noch beim Debüt. Manchmal rasend („Evil And A Heathen“) und manchmal entspannt zurückgenommen („Fade Together“) bietet es Abwechslung und punktgenaue Landungen am Stück.

Keine Spur vom Druck, der nach dem überaus erfolgreichen Debüt und einem ruckartigen Hype in den Köpfen der Vier entstehen hätte können. Wenn es Momente des Zauderns gab, so wurden sie selbstbewusst aus dem Weg geräumt. Unverkrampft tänzelt das Piano in „Eleanor Put Your Boots On“, während Gitarren schüchterne Romantik und die doch eher unbekannte, stille Seite Franz Ferdinands forcieren. Ein Lehrstück versierten Drummings, das unzählige Rhythmen wie ein Kinderspiel aussehen lässt, ist „Well That Was Easy“. Grandiose Wendungen erhöhen die ohnehin schon beeindruckende Energie.

Ein Album, welches auf ganzer Linie vollkommen überzeugt und den Spaß an echten und anspruchsvollen Hymnen direkt an den Hörer vermittelt. Man kann nicht mehr stillstehen, muss sich winden und neigt zu spontanen Anhimmlungen in Richtung Stereoanlage. Franz Ferdinand legen in grandioser Manier nach und sind definitiv mit ihrem Erfolg gewachsen. Die Tanzflächen werden noch zügiger erobert und die balladesken Töne ergänzen den rockenden Spirit um eine gefühlvolle Note.

Anspieltipps:

  • This Boy
  • Well That Was Easy
  • Eleanor Put Your Boots On
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