Allee Der Kosmonauten - Koordinaten - Cover
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Allee Der Kosmonauten Koordinaten


  • Label: J-Star/EDEL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Per aspera ad astra. Der Weg zu den Sternen ist rau. Die aus dem kreativen Umfeld Mannheim/Mainz stammende Band Allee Der Kosmonauten, die einigen vielleicht noch unter dem Namen KYD Moses bekannt sein dürfte, ist schon einige Zeit zu den Sternen unterwegs. Erst waren sie am Projekt „Zeichen der Zeit“ beteiligt, mit dem sie einen Top-10-Hit landen konnten („Du bist nicht allein“), später machten sie mit der Single „Ich würd gern wissen“ einen musikalischen Boxenstopp, um nun mit ihrem Erstlingswerk „Koordinaten“ ihr Ziel zu erreichen.

Produziert hat Udo Rinklin. Diese genial produzierte und ansprechende Rock-Pop-Musik beinhaltet ein hohes Maß an Qualität qua Songwriting und Arranging. Die deutschsprachigen Texte erscheinen clever, spritzig, tiefgängig, durchdacht und klug. Mischa Marin (Gesang) und Jürgen „Jott“ Fürwitt (Drums) haben ihren ganz eigenen Stil geschaffen, der sich in keine Schublade pressen lässt. Kurz: Allee Der Kosmonauten sind extrem melodisch mit einem Hang zum Romantik-Punk wie zum Pop-Balladen-Rock. Das Herz ihrer Musik liegt eindeutig in den Texten, die liebevoll-genial verfasst sind. Vielleicht ist das der Grund, warum niemand anders als Herbert Grönemeyer diese jungen Talente vor einigen Jahren entdeckte, sie bei Grönland/EMI unterbrachte, allerdings recht erfolglos.

Ihr aktueller Stil erinnert teils an die Feder/Stimme von Jan Plewka (Selig, Zinoba, TempEau) oder an einen frühen Purple Schulz. Die Texte bieten Zündstoff zum Nachdenken und Zwischen-den-Zeilen-Lesen an („Wenn sie tanzt“, „Kein Himmel“, „Wohin“). Supportet werden Allee Der Kosmonauten auf dem aktuellen Album von Sarah Brendel, die allerdings etwas kräftiger rüberkommen könnte, Danny Fresh und – nicht zu überhören – Xaiver Naidoo. Was hier unbedingt anzumerken ist, Naidoo übernimmt hier zum ersten Mal nicht das Ruder und lässt anderen Musikern endlich mal Raum, um einer Nummer ein Gesicht zu geben, sie anzukleiden, ohne, dass es gleich Xavier-lastig wird.

„Koordinaten“ entstand z. B. in einem Hotelzimmer in Wien und Backstage an einem verstimmten Klavier während einer Aftershowparty zur Nena-Tour 1999. Mit einer Live-Version von „Schwimmen“ schließen ADK dieses Album ab, trotzdem schwimmt man von ganz alleine weiter, dem Horizont entgegen … Man kann davon ausgehen, dass „Koordinaten“ nicht das letzte Werk dieser zwei Vollblutmusiker bleiben wird. Sie laden uns ein, eine Rundreise durch die wichtigsten Genres der Pop-Rock-Cross-Musik dieses Jahrhunderts zu machen. Seid dabei, denn Tiefgang und ein Gänsehautfaktor von 100 sind garantiert.

Anspieltipps:

  • Dein Lied
  • Vorbei
  • Glücklich sein
  • Du bist nicht allein
  • Schwimmen
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