Akon - Trouble - Cover
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Akon Trouble


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das nenn ich mal eine echt witzige Promotion-Idee: Um die in Deutschland vor sich hin dümpelnden Verkaufszahlen des Akon-Debüts „Trouble“ zu pushen (ursprünglicher Veröffentlichungstermin war schon der 7. Februar, ohne dass es jemand richtig merkte), wurde dem Senegalesen eine Affäre mit Deutschlands berühmtesten Pornostar Michaela Schaffrath (alias „Gina Wild“) angedichtet. Eine Story, auf die sich sämtliche Boulevard Medien mit Wonne gestürzt haben. Pünktlich zum Release der neuen Singleauskopplung „Lonely“ wurde dann eine Pressekonferenz einberufen, bei der sich (natürlich) herausstellte, dass an den Gerüchten nichts dran ist. Sei’s drum. Die Geschichte stellte eine gelungene Ablenkung im tristen Promo-Einerlei dar. Und unterm Strich zählt eh nur, ob der Plan aufgegangen ist oder nicht.

Hier kann ein voller Erfolg vermeldet werden. Das US-Platin-Album stieg in die Media Control Charts ein und die Songs des angehenden R&B-Stars wurden plötzlich im Radio gespielt. So beschäftigt sich der Rapper, Sänger, Produzent und Songwriter zum Beispiel auf der Single „Locked up“ mit seiner dreijährigen Gefängnisstrafe, was wiederum für Publicity sorgt. Dabei stammt Aliaune Thiam, wie Akon mit bürgerlichem Namen heißt, aus einem guten Elternhaus. Im Alter von 7 Jahren zog er mit seinen Eltern aus dem Senegal nach New York. Sein Vater Mor Thiam, ein legendärer Percussionist und Jazz Musiker, hatte musikalisch großen Einfluss auf den Heranwachsenden. Bei vielen Kritikern galt Akons Vater als einer der besten Djemba-Spieler (traditionelle afrikanische Trommel) weltweit, um nur einen Grund zu nennen warum die Werte des Musikerdaseins im Hause Akons hoch geschätzt waren.

Für einen unbefangenen Hörgenuss von „Trouble“ sollte sich der Hörer von allen Gerüchten und Halbwahrheiten freimachen. Dann erwartet einen ein überraschend gutes HipHop/R&B-Album, das lediglich kleine Schwächen zu verzeichnen hat. Diese liegen größtenteils in der Verwendung von ausgelutschten Beats („Trouble nobody“, „Pot of gold“) und klischeehaften Themen, die auch musikalisch wenig überzeugend umgesetzt werden („Gangsta“). Dazu kommen noch ein paar alberne Spielerein der Marke Gangsta-Rapper trifft auf Mickey Mouse („Lonely“) und zwei überflüssige Remixes der Single „Locked up“ mit den Gaststars Azad aus Deutschland (!) und Styles P. Ansonsten gibt es an Akons Debütwerk nichts auszusetzen. Er zieht sich musikalisch beachtlich aus der Affäre, ohne freilich die Qualität eines Usher bzw. dessen letzten Albums zu erreichen. Doch auch ein Usher war am Anfang seiner Karriere noch kein Überflieger. Geben wir Akon deshalb auch etwas Zeit zur Reife.

Anspieltipps:

  • Ghetto
  • Show out
  • Locked up
  • Bananza (Belly dancer)
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