Fish By Force - Anapher - Cover
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Fish By Force Anapher


  • Label: Code X Press/BRAINDRAIN
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik zu definieren, bzw. eine stilistische Schublade für sie zu finden, ist nicht immer leicht. Manche meinen allerdings, dies sei völlig unnötig. Aber der gemeine Musikfan braucht ganz offensichtlich eine ungefähre Richtung, um sich für den Kauf einer CD entscheiden zu können. Dies ist ja auch nicht grundlegend falsch. Ansonsten dürften wir Kritiker unsere Jobs über kurz oder lang hinschmeißen. Von den Plattenfirmen ganz zu schweigen, die ohne Kategorisierungen gleich dicht machen könnten. Also treiben wir dieses Spielchen gemeinsam weiter und kommen gleich zur Band Fish By Force aus Saarbrücken, die sich auf Anhieb so gar nicht in eine Schublade pressen lässt.

Wenn man den Angaben auf der Homepage von Fish By Force Glauben schenken darf, ist im Zusammenhang mit der Musik der Herren Matthias Thome (Keyboards, Vocals), Jörg Groß (Vocals, Bass) und Thilo Adam (Drums) gerne von Tieftonindividualismus und zornigem Alternative Rock die Rede – was immer das heißen mag. Jedenfalls hält es das Trio jetzt schon seit fünf Jahren mit diesem „pathologischem Befund“ (sowie miteinander im Proberaum) aus und darf sich als gestandene Rockband bezeichnen, obwohl der geneigte Fan zwischen Keyboard, Bass und Schlagzeug vergeblich auf die Suche nach einer Stromgitarre geht.

Dass Fish By Force trotzdem tonnenschwere Riffs wie im Song „Tired” zustande bringen, darf als mittleres Wunder bezeichnet werden. Kaum zu glauben, aber die drei Jungs verbinden elektronische Klänge auf harmonische Weise mit bretthartem „Kick Ass“-Metal, wodurch kleine Crossover-Meisterwerke wie „Justified” (Sepulturas „Roots, bloody roots – Teil 2”) oder „Seconds”, eine 13-minütige Psychedelica-Reminiszenz an frühe „Monster Magnet“-Tage, entstehen. Ansonsten findet man im Sound der Saarbrücker jede Menge Anleihen bei Bands wie den Deftones („Shells“), Karma To Burn („Flowers“), diversen Stoner-Rock-Combos („Tired“) und Hardcore-Grunzern der Marke Hatebreed („The first impression of dying“).

„Anapher“ ist ein ansprechendes Rockalbum der nicht alltäglichen Klänge. Und das trotz der mannigfaltigen Querverweise. Unterm Strich liefern Fish By Force mehr als anständige Heavy-Rock-Kost ab, die sich vor den großen Namen der Szene nicht zu verstecken braucht.

Anspieltipps:

  • Shells
  • Flowers
  • Seconds
  • Justified
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