John Legend - Get Lifted - Cover
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John Legend Get Lifted


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

John Legend legt mit „Get Lifted“ ein äußerst gelungenes Majordebüt mit ungewöhnlich hohem Hitpotenzial vor.

Igitt, da ist es wieder. Das Unwort mit zwei Buchstaben. Dieses wird gerne verwendet, um potenziellen Schallplattenkäufern zu suggerieren, dass sie es mit dem letzten Schrei in Sachen aktueller Musik zu tun haben. Denn alles, was heutzutage hip ist, bekommt den Zusatz „Nu“. Nu-Metal, Nu-Rock, Nu-Country oder Nu-Jazz. Fehlt eigentlich nur noch Nu-Soul. Doch diese Lücke wird spätestens jetzt mit dem Debütalbum „Get Lifted“ von John Legend geschlossen!

Eigentlich ist John Stephens - alias John Legend - gar kein echter Newcomer. Der 25-jährige Singer/Songwriter ist bereits seit Jahren als Hitlieferant für Größen wie Lauryn Hill, Britney Spears, Alicia Keys, Kanye West, Janet Jackson, Jay-Z und die Black Eyed Peas tätig. Der zurzeit gefragteste R&B- und HipHop-Produzent Kanye West hat das Riesentalent nun für sein Label „Getting Out Our Dreams“ unter Vertrag genommen und als Executive Producer an der Albumproduktion mitgewirkt. „Get Lifted“ erreichte auf Anhieb vorderste Plätze in den amerikanischen Billboard Charts und wird wegen der großen Nachfrage Ende Februar auch in Deutschland offiziell veröffentlicht. Damit spart sich der Fan einen teuren Import der CD und die Plattenfirma büßt keine Chartpotenziale ein.

Die männliche Ausgabe von Alicia Keys – wie John Legend gerne bezeichnet wird – präsentiert auf seinem ersten regulären Album (Legend brachte bereits vier Independent-CDs in Eigenregie auf den Markt) 13 erfrischende Soul-Tunes mit beherztem R&B-Einschlag und offensichtlicher Inspiration durch Marvin Gaye, Curtis Mayfield, Al Green und Stevie Wonder. So fesselt bereits der Opener „Let´s get lifted“ mit einer magischen Melodieführung und perfekt aufeinander abgestimmten Bass- und Pianoparts – eine Melange, die den Hörer die nächsten 53 Minuten begleiten soll.

„Used to love u“, eine groovende Soul-Funk-Perle und erste Single-Auskopplung des Albums, beschreibt John Legend als „fetten HipHop-Beat mit leichtem Latin-Flair, einer beseelten Melodie nebst ebensolchem Gesangsarrangement. Es ist ein cooler Mix, eine Fusion aus verschiedenen musikalischen Einflüssen. Wir hatten den Gitarrist und Bläser der Black Eyed Peas im Studio, deshalb klingt der Track auch ein bisschen nach ihnen.“ Mit „Number one – Featuring Kanye West“ versprüht Legend jede Menge gute Laune, während der Ex-Gangsta Snoop Dogg ein paar Raps zum unverschämt eingängigen Retro-Soul-Track „I can change“ beisteuert. Dass John Legend auch auf jeglichen Sound-Ballast verzichten kann und lediglich mit Piano und seiner Stimme einen herausragenden Song zustande bekommt, zeigt die wunderschöne Pianoballade „Ordinary people“, übrigens einer der letzten Tracks, der es im Sommer 2004 auf das Album geschafft hat.

John Legend legt mit „Get Lifted“ ein äußerst gelungenes Majordebüt mit ungewöhnlich hohem Hitpotenzial vor, das auch in Deutschland charten könnte. Denn hier stimmt einfach alles: Stimme, Musik, Atmosphäre und Produktion sind vom Feinsten. Was will man da mehr?

Anspieltipps:

  • Refuge
  • I can change
  • Let´s get lifted
  • Used to love u
  • She don´t have to know
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