Macbeth - Malae Artes - Cover
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Macbeth Malae Artes


  • Label: Dragonheart/SPV
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Sein oder nicht sein, dies ist hier die Frage.“ (William Shakespear). Die italienische Düster-Rock-Formation Macbeth ist deutlich hörbar und für dieses Genre mit einwandfreier musikalischer Basis, wieder da. Genau diese musikalische Basis von Macbeth überzeugt auch den Hörer, der mit dem Genre aufgrund der düsteren Grundstimmung nicht unbedingt etwas anfangen kann.

Nach ihrem ersten Demotape „Nocturnal Embracy“, das 1997 in einer Auflage von 1.000 Stück erschien, wurden bisher zwei Alben, nämlich „Romantic Tragedy´s Crescando“ (1998) und „Vanitas“ (2001) veröffentlicht, wobei sich die langen Zeiträume zwischen den Veröffentlichungen damit entschuldigen lassen, dass Qualität über Quantität steht. Getreu dem Motto „Klasse statt Masse“. Jetzt legt die 1995 von Schlagzeuger Fabrizio gegründete Band mit „Malae Artes“ ihr drittes Album vor.

Die bei uns nur Insidern bekannte Gruppe besteht im Kern aus der Gründungsmannschaft. Lediglich Gitarre und Tasteninstrumente sind neu besetzt worden. Die Combo besteht neben dem Gründer Fabrizio aus Sem (Bass), Luca (Gitarre), Morena (Gesang), Andreas (Gesang), Max (Gitarre) und Karl (Tasteninstrumente). Mit dem Stimmduo Morena und Andreas, der neben Fabrizio auch die Texte schreibt, erinnert der Stil von Macbeth teilweise an die Rockgruppe Renaissance, die in den 70er Jahren mit einer Art Klassikrock ähnliche Klangbilder erzeugte. Der Sound von Macbeth verfügt über eine verblüffende Ähnlichkeit. Jedoch sind die Songs wesentlich Metal-orientierter ausgestaltet. Ein Paradebeispiel dafür ist das Stück „Keep the secret“, mit Pianobegleitung zum Gesang von Morena, die die musikalische Ausbildung des Tastenmannes erahnen lässt.

Das Intro von „Malae Artes“ wird durch Streicher, einem zwingenden Schlagzeug und verzerrtem Sprechgesang dargestellt. Es öffnet sich durch leichtes Pianospiel, um zum Schluss wieder in Düsternis und Zerstörung zu verfallen. Mit „Lifelong hope“ folgt ein rockiger Easy-Listening-Titel, der die gesanglichen Möglichkeiten des Frontpärchens erahnen lässt. Aber auch die Rhythmusabteilung, die durch knackige Gitarrenriffs unterstützt wird, lässt keine Wünsche offen. Das Gitarrensolo im Mittelteil des Stückes kommt einfach saugut! „My desdemona“ macht musikalisch genau dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Durch das variable Spiel von Drums und Bass kommt hier keine Langeweile auf, wie dies bei anderen Vertretern dieses Genres oftmals der Fall ist.

Der Titel „Miss murderess“ lässt bereits zu Beginn erahnen um was es geht. Die Musik startet aus der Tiefe, um dann mit knalligen Gitarrenriffs den kathedralen Gesang von Morena nach vorne zu treiben. Der folgende Zwiegesang mündet in bestem Gitarrenspiel und lässt den Track am Ende wieder in geordnete Bahnen münden. Diese hohe musikalisch Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch alle Stücke des Albums. Ob „How can heaven love me“ (eine Coverversion von Sara Brightman), das mit einem kurzen Gitarrensolo beginnt oder das erstklassige „Good morning“, das dem üblichem Metalgesang die fast zärtliche Stimme von Morena entgegensetzt. Das ist intelligent gemachte Rockmusik, die auf mehr Lust macht. Deshalb wollen wir nicht hoffen, dass der Titel des letzten Songs „Dead and gone“ auch für die Italiener von Macbeth Gültigkeit besitzt.

Bleibt zu hoffen, dass die Band mit diesem tollen Album auch live nach Deutschland kommt. Allein um festzustellen, ob die hier gehörten Fähigkeiten auch auf der Bühne umgesetzt werden können.

Anspieltipps:

  • My desdemona
  • Good morning
  • Keep the secret
  • Dead and gone
  • How can heaven love me
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