Bob Marley - Rastaman Vibration - Cover
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Bob Marley Rastaman Vibration


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man das beste Album von Bob Marley küren würde, würde „Rastaman Vibration“ sehr gute Siegchancen haben...

Wenn man das beste Album von Bob Marley küren würde, würde „Rastaman Vibration“ sehr gute Siegchancen haben, denn hier bekommt der Hörer 100% Reggae geboten und wird von der Scheibe total gefangen. Dies ist heute so, war früher so und wird in der Zukunft auch so sein. „Rastaman Vibration“ stürmte die amerikanischen Charts und lies sich von da auch nicht mehr so schnell vertreiben. Die Lieder kann man einfach nicht tot hören und Bob Marley erreichte mit dem Werk 1976 Kultstatus.

Dies ist auch nicht sehr verwunderlich, denn musikalisch erstreckt sich das Album von groovig, chillig und flott bis hin zu langsam und gefühlsvoll. Die Botschaft, die in diesem Album enthalten ist, ist das Sahnehäubchen, welches das Werk zu einem Festschmaus macht.

Aber Marley's Botschaften waren nicht bei jedermann gern gesehen. Mit Songs wie „Johnny Was“ und „Rat Race“, die von einem von Polizisten ermordeten Rude Boy, bzw. von der brisanten Situation in Jamaika handeln, lebte der Reggaestar mitunter recht gefährlich. So wurde am 3. Dezember 1976 ein Anschlag auf Marley verübt, bei dem er schwer verletzt wurde. Marley bezweifelte nie, dass es ein politischer Akt war. Er misstraute fortan der Politik und lehnte es später rigoros ab, selbst Politiker zu werden.

„War“ ist ebenfalls ein Song, den man nicht vergessen darf. Der Text ist eine Rede Haile Selassies (Rastafari), die er 1966 vor der U.N. hielt. Auch „Jah Live“ bezieht sich auf Selassie. Der Song bedeutet soviel wie „Gott lebt“ (Selassie wurde als Gott verehrt) und er wurde kurz nach Selassies Ermordung veröffentlicht. Wie man sieht, lies Marley all seine Kreativität in wichtige Themen einfließen. Ein solches Songwriting wurde später nur noch selten erreicht. Die große Klasse des Album sind eben genau diese politischen Texte, die man teilweise 2-3 mal anhören muss, damit man jede Anspielung, jede Kritik und jeden Seitenhieb auf die Gesellschaft verstanden hat. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Reggae nicht eine Geschmacksverirrung von bekifften, jungen Leuten ist, sondern eine sehr kritische und politische Musik. Etwas weniger politisch kommt der Opener „Positiv Vibration“ daher. Ein in sich sehr stimmiger Song, der zum mitgrooven einlädt und den man immer wieder anhören kann. Natürlich tönen aus den Boxen nur gediegene Reggaerhythmen, die einen davontragen und nicht aus der Ruhe bringen. Spätestens bei den Gitarrenklängen von „Jah Live“ fliegt man davon und fühlt sich in eine Welt versetzt in der es keine Probleme gibt.

Fazit: „Rastaman Vibration“ erschlägt einen fast mit seiner politischen Aussage, aber davon darf man sich nicht abschrecken lassen, denn man verpasst ansonsten eines der besten Alben von Bob Marley. Musikalisch gesehen bietet „Rastaman Vibration“ sehr gute Rhythmik und vor allem die Backgroundvocals sind sehr schön anzuhören. Die Soundqualität ist in Ordnung und lässt keine Wünsche offen. Für Fans ein Pflichtkauf während Reggae-Neulinge mit der „Best Of“-Scheibe „Legend“ besser beraten sind.

Anspieltipps:

  • War
  • Jah Live
  • Johnny Was
  • Positiv Vibration
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