Böhse Onkelz - Live In Hamburg - Cover
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Böhse Onkelz Live In Hamburg


  • Label: Rule 23/SPV
  • Laufzeit: 150 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nichts wie ran, denn das hier kommt nie wieder!

Verrat, Ketzerei oder einfach nur eine unbedachte zynische Bemerkung? – die Fans der Böhsen Onkelz nahmen dem Rezensenten des Onkelz-Abschiedsalbums „Adios“ (Juli 2004) den Schlusssatz seiner Kritik tatsächlich etwas krumm. Dabei wussten sie genauso wie er, dass es am Ende genauso kommen würde: „... ’Adios’ ist ein durchaus gelungenes Album. Und wem, wie dem Rezensenten, ein wenig die rohe Energie früherer Tage fehlt, wird sicher schon bald in den Genuss eben dieser kommen: Nächstes Jahr, wenn vom großen Abschiedskonzert zum 25jährigen Bandjubiläum ein aufwendiges Mega-Box-Set aus drei CDs und mindestens ebenso vielen DVDs erscheint. Dann sind die Fans glücklich und die Onkelz haben zum letzten Mal Zahltag…“

Tja, liebe Leute, was soll ich sagen? Es ist angerichtet! Den Auftakt zum großen Ausverkauf in Sachen Böhse Onkelz macht im April 2005 das Doppelalbum „Live in Hamburg“, gefolgt von der DVD-Dokumentation „Live: La Ultima Tour Movie“, dem Re-Release des Klassikers „Onkelz wie wir“ und irgendwann später der Auswertung des finalen Mega-Events am Eurospeedway Lausitzring vom 17. und 18. Juni 2005, bei dem die Onkelz zwei völlig unterschiedliche Sets spielen werden. Als Support-Acts für das endgültig letzte Konzert der Frankfurter wurden bis dato keine geringeren als D:A:D:, Machine Head, Psychopunch, Sub 7even, Pro Pain, In Extremo, Rose Tattoo, Monster Magnet und Motörhead bestätigt. Dagegen ist Woodstock echt für’n Arsch. Uns gehört die Welt!

„Live in Hamburg“ kommt als edel aufgemachtes Digipack mit Prägedruck, gleich zwei Booklets und einem Aufkleber als Gimmick daher. In diesen Dingen macht den Onkelz eben keiner etwas vor. Sie wissen halt, wie man seine Fans amtlich zu bedienen hat. Musikalisch erwarten den Hörer nach einem schier endlosen und etwas überflüssigen Intro insgesamt 29 Tracks aus 2½ Jahrzehnten Onkelz-Historie, die keine Wünsche offen lassen. Kevin Russell (Vocals), Stephan Weidner (Bass), Matthias Röhr (Gitarre) und Peter Schorowsky (Drums) liefern mit ihrer letzten Hallenshow in der Hamburger „Color Line Arena“ eine geschichtsträchtige Abschiedsvorstellung ab, bei der sich unglaubliche Szenen abgespielt haben. Wie schon beim Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle, kniete das gesamte Innenraum-Publikum vor der Band nieder, um seinen Helden die, ähem, letzte Ehre zu erweisen. Da verdrücken auch harte Rocker schon mal ein oder zwei Tränen...

Besondere Schmankerl des Hamburg Gigs sind die akustische Version von „Wieder mal ’nen Tag verschenkt“ (demokratisch entschieden per Publikumsabstimmung) mit toller Slide-Gitarren-Begleitung und die Gänsehautnummer „Nichts ist für die Ewigkeit“, die auf einmal eine ganz neue Bedeutung erhält. Für den gepflegten Pogo bieten sich Stücke wie „Terpentin“, „Nie wieder“, „Heilige Lieder“ und „Superstar“ an. Doch was erzähl ich hier eigentlich? Der Onkelz-Fan weiß eh worum es geht. Und bis das Kapitel Böhse Onkelz endgültig beendet ist, dürfen sich alle Anhänger noch an diversen Veröffentlichungen erfreuen. Den überzeugenden Auftakt macht „Live in Hamburg“. Also nichts wie ran, denn das hier kommt nie wieder!

Anspieltipps:

  • Superstar
  • Terpentin
  • Erinnerungen
  • Für immer 2004
  • Finde die Wahrheit
  • Hier sind die Onkelz
  • Buch der Erinnerung
  • Nichts ist für die Ewigkeit
  • Nur die Besten sterben jung
  • Wieder mal ’nen Tag verschenkt (Akustik)
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