Cold - A Different Kind Of Pain - Cover
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Cold A Different Kind Of Pain


  • Label: Atlantic Records/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Vorgängeralben (insbesondere das mit Gold ausgezeichnete „Year Of The Spider“ des Jahres 2003) haben es in Übersee zu stattlichen Verkaufszahlen gebracht und damit Cold einen beachtlichen Bekanntheitsgrad beschert, während die Band im alten Europa bestenfalls Genrekennern bekannt sein dürfte. Und obwohl das Album in den USA bereits im August 2005 auf den Markt kam, dürfen sich die Fans hierzulande noch ein wenig länger gedulden. Dabei hätte die Band mit „A Different Kind Of Pain“ beste Chancen ihr Nischendasein hinter sich zu lassen.

Der ernüchternde Grund dafür liegt auf der Hand: auch wenn das Cover etwas anderes suggeriert – Cold opfern ihren energiegeladenen Crossover zugunsten massenkompatibler Beliebigkeit, womit das Album geradezu prädestiniert sein dürfte für den deutschen Markt. Manchmal kommt man als Rezensent beim Beschreiben der Musik eines bestimmten Albums in echte Schwulitäten. Entweder weil man keine Worte findet um die überwältigende Genialität des vorliegendes Werkes angemessen zu würdigen, oder aber weil das Ganze so dermaßen banal klingt, dass einen nichts anderes übrig bleibt als nur noch im Takt mit den Schultern zu zucken.

Im Falle von „A Different Kind Of Pain“ trifft eindeutig letzteres zu. Elf Songs die ausnahmslos gleich klingen. Elf Songs mit denen sich schlichte Gemüter in der örtlichen Dorfdisko dank druckvoller Produktion die Seele aus dem Leib pogen können. Elf Songs, die für anspruchsvolle Musikliebhaber elf verschiedenen Arten des Schmerzes bereithalten. Es wird kolportiert, Frontmann Scooter Ward hätte während des Songwritings so viel Rotz und Wasser ob seiner Verzweiflung über die Krebserkrankung sowohl seiner Schwester als auch seiner Freundin geheult, dass man die Notenblätter vom Grund des Tonstudios fischen und feststellen musste, dass das Geschreibsel völlig verwaschen war. Und genauso klingt das Album. Flach, austauschbar, uninspiriert.

Immerhin verleihen die Schicksalsschläge des Sängers der Kapelle eine Authentizität, die man in der heutigen Zeit bei vielen Bands vermisst. Man nimmt es Scooter Ward einfach ab, wenn er mit charismatischer Stimme seine Seelenqualen in die Welt hinausschreit. Wer also nur ein bisschen Depressivität sucht, kann das Album getrost in seinen Player legen, auf Replay schalten und sich fortan dunkle Gedanken machen. Jenen Leuten sei zum Probehören die Single „Happens all the time“ empfohlen, welche Ward’s Stimme noch mit am besten zur Geltung bringt. Wer allerdings wenigstens etwas von der früheren Energie spüren will, sollte „Back home“ und „When heaven’s not far away“ antesten, bevor er anschließend nicht dieses Album kauft, sondern zu „Year Of The Spider“ greift, welches so unendlich besser ist. Der Arbeitstitel des Albums lautete übrigens „The Calm That Killed The Storm“. Glückwunsch, das ist gelungen.

Anspieltipps:

  • Back home
  • Happens all the time
  • When heaven’s not far away
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