Robert Plant - Mighty Rearranger - Cover
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Robert Plant Mighty Rearranger


  • Label: Sanctuary Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 47 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Mighty Rearranger“ darf in einem Atemzug mit „Led Zeppelin IV“ und „Houses Of The Holy“ genannt werden.

Jeder Rezensent, der sich mit Robert Plant auseinandersetzt, schreibt in die ersten Sätze seines Artikels die Begriffe „Led Zeppelin“, „größte Rockband der Welt“, „Stairway to heaven“ und „Jimmy Page.“ Der aufmerksame Leser darf nun sehen, dass es auch hier nicht anders ist, denn Fakt ist, dass Robert Plants alte Formation zu den größten Rockbands der Musikgeschichte zählt. Fakt ist auch, dass er nach Led Zeppelin im Duett mit Jimmy Page großartige Musik gemacht hat („No Quarter“). Und es ist unbestritten, dass „Stairway to heaven“ zu den besten Songs gehört, die jemals geschrieben wurden. Ein ganz neuer Fakt ist dagegen, dass das neunte Robert-Plant-Album „Mighty Rearranger“ das wohl beste seiner Karriere ist. Denn zusammen mit seiner Begleitband The Strange Sensation hat er hat eine Platte aufgenommen, die seinem sehr eigenen Stil treu bleibt, aber trotzdem vollkommen unverbraucht wirkt.

„Mighty Rearranger“ darf in einem Atemzug mit „Led Zeppelin IV“ und „Houses Of The Holy“ genannt werden und das nicht nur, weil sich die Songs sehr ähnlich sind, sondern weil sie trotzdem neu und aktuell klingen. Nahtlos reihen sich Stücke wie „Freedom fries“, „Tin pan valley“ und „Shine it all around“ in die Riege großartiger Led-Zeppelin-Songs ein. The Strange Sensation versteht es dabei ganz ungeniert nach den großen Blei Zeppelinen zu klingen. Der unwiderstehliche Mix zwischen Rock- und Weltmusik, der Robert Plants Sound seit Jahren prägt, findet hier einen weiteren Höhepunkt. Hier und da klingt mal ein „Kashmir“ oder ein „Over the hills And far away“ durch, doch niemals zu eindeutig. Bereits der Opener „Another tribe“ besticht durch markante Drums und eine Streichermelodie, die leider viel zu schnell das Ohr verlässt, weil ab und zu ein Gitarrenriff eingestreut wird und Robert Plants Gesang ganz sanft den Gehörgang betritt.

„Freedom fries“ wird von den beiden Gitarristen Justin Adams und Porl Thompson mit einprägsamen Gitarrenriffs in eine höhere Sphäre befördert. Dennoch schaffen sie es nicht, den spielerischen Charme eines Jimmy Page zu erreichen. Ganz im Gegensatz zu „All the king’s horses“, der Akustik-Song des Albums, nur mit Gitarre à la Page, Backing Vocals und Keyboardeinsätzen von John Baggott. Die Stärke des Albums ist die Unvorhersehbarkeit. Gerade wenn man meinte, man könne die Songs in die Led-Zeppelin-Schublade stecken, kommt ein „Takamba“, das so gar kein Led-Zeppelin-Song sein will. Auch „Dancing in heaven“ wäre grundsätzlicher ein LZ-Song. Aber durch seine indisch klingende Gitarrenmelodie passt er nicht ins Schema. Ein genauerer Blick auf „Somebody knocking“ verrät auch, warum das so ist: Spätestens nach der ersten Song-Hälfte hätte John Bonham seine krachenden Drums gezündet und den Track zusammen mit Jimmy Page zu einem Klassiker gemacht. Bei The Strange Sensation wartet man vergeblich darauf.

Beim Titelstück „Mighty Rearranger“ werden besonders durch Drummer Clive Deamer alle Register gezogen, bevor sich das Album mit „Brother Ray“, dem wohl ungewöhnlichsten und unterentwickelsten Stück der CD, verabschiedet. Ein etwas holperiger Abschied, aber das macht nichts, denn der Daumen ist bereits mit dem Repeat-Knopf der Fernbedienung verwachsen und auch die Ohren freuen sich darauf, die ersten Töne von „Another tribe“ zu hören.

Anspieltipps:

  • Another Tribe
  • Dancing In Heaven
  • All The King’s Horses
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