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Kino Picture


  • Label: InsideOut/SPV
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Innovative Quantensprünge sollte man von Kino nicht erwarten.

Die Plattenfirma InsideOut ist seit jeher die erste Adresse in Sachen progressiver Musik. Da wundert es nicht, dass deren Chef auf die glorreiche Idee kam, renommierte Künstler von It Bites (John Beck), Marillion (Pete Trewavas), Arena (John Mitchell) und Porcupine Tree, wo Chris Maitland früher mal trommelte, zu fragen, ob sie sich zusammen ein Projekt vorstellen könnten. Das erste Ergebnis dieses Vorhabens namens Kino der schlichten Betitelung „Picture“ und der ebenso schlicht-schönen Aufmachung kann sich sehen lassen.

Mehr Programmkino als Blockbuster, verzichtet die „Supergroup“ zu Gunsten eines eingängigeren Hörerlebnisses auf die meisten Prog-Klischees wie beispielsweise nervenzerrenden Frickeleien ohne jedoch ihre Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Die Vorstellung wird durch die fulminante Titelsequenz „Losers day parade“, die mit über 9-minütiger Länge und einem hohen Abwechslungsreichtum inklusive Beatles-Anleihen den progressivsten Track des Albums markiert, eröffnet. Ohnehin schon leichter verdaulich als das meiste, was sonst so unter Prog-Rock bekannt ist, geht es im Anschluss noch erheblich zugänglicher weiter, was das Album nicht nur für Fans dieser Musikrichtung empfehlenswert macht, sondern für jeden, der gerne ohrwurmartige Rockmusik mit Anspruch hört.

Weiterer Highlights stellen das balladeske, dezent melancholische „Letting go“ sowie „Holding on“, bei dem sich Transatlantic-Fans wohl fühlen dürften, und „Perfect tense“, das frappierend an die deutsche Prog-Rock-Gruppe Sylvan erinnert, dar. Marillion-Fans werden dagegen an kitschträchtigeren Songs wie „Leave a light on“ und „People“ ihre Freude haben. Bedauerlich ist, dass man auf den Einsatz aufdringlicher Orgelparts ebenso wenig verzichten wollte wie auf den oftmals allzu theatralischen Gesang. Außerdem stört die etwas zu „amerikanische“ Produktion, die dafür verantwortlich ist, dass das Ganze ab und an zu „breiig“ und „flach“ klingt. Ein präziserer, modernerer Klang wäre wünschenswert gewesen.

Innovative Quantensprünge sollte man von Kino also nicht erwarten. Jeder, der sich durch obigen Text angesprochen fühlt und, mal abgesehen von Porcupine Tree (denn danach klingt das Album nun überhaupt nicht), mit den Stammbands der Hauptdarsteller sympathisiert, darf aber die Eintrittskarte lösen. Wer noch mehr Zeit im Kino verbringen möchte, kann auch zur Special Edition greifen, die auf einer zweiten CD die Uraufführung im Rahmen des „WDR Rockpalast“-Auftrittes beinhaltet.

Anspieltipps:

  • Losers Day Parade
  • Letting go
  • Perfect tense
  • Holding on
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