The Coral - The Invisible Invasion - Cover
Große Ansicht

The Coral The Invisible Invasion


  • Label: Deltasonic Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

In den 60er und 70er Jahren war es für viele Rockbands eine durchaus normale Sache, jedes Jahr ein Album zu veröffentlichen. Gruppen wie The Clash, The Smiths, The Beatles, The Rolling Stones oder Led Zeppelin sein hier stellvertretend genannt. Da die musikalische Grundlage der britischen Rock- und Pop-Nostalgiker von The Coral eben in jener Epoche angesiedelt ist, tun es die Musiker ihren Vorbildern gleich und schieben mit „The Invisible Invasion“ das inzwischen vierte Album in gerade mal drei Jahren auf den Markt.

Wie The Coral mitteilen, ist das nächste Werk ebenfalls schon fertig. Aber da macht die Plattenfirma nicht mit. Irgendwer soll die Platten ja auch kaufen. Dennoch: würde es nach James Skelly (Vocals, Gitarre), Ian Skelly (Drums), Nick Power (Orgel), Bill Ryder-Jones (Gitarre, Trompete), Paul Duffy (Bass, Saxophon) und Neuzugang John Duffy (Percussion) gehen, sprächen wir heuer bereits über das sechste oder siebte Album der Jungs aus Hoylake, Merseyside. Außerdem kommen aus England in letzter Zeit so unglaublich viele neue und spannende Bands (z.B. Bloc Party, Franz Ferdinand, Kaiser Chiefs, etc.), da dürfen The Coral einfach nicht fehlen.

Die Arbeit an „The Invisible Invasion“ begann Anfang letzten Jahres. Die Band mietete für zwei Wochen ein Haus im Lake Distrikt und probte die 18 für das Album in Frage kommenden Songs, feilten, bogen und schnitzen an ihnen herum, bis sie soweit waren, die 12 besten auf Acetat zu bringen. Eingespielt wurde die Platte in den „Mono Valley Studios“ in Monmouth, Wales, den „Elevator Studios“ in Liverpool und in Geoff Barrows „State Of The Art Studio“ in Bristol. Als Produzenten betätigten sich die Klangkünstler von Portishead, Geoff Barrow und Adrian Utley, nachdem die drei Vorgänger von Ian Broudie (Lightning Seeds) betreut wurden.

Das Gute gleich vorweg: Es bestätigt sich auch diesmal nicht die Befürchtung, dass sich die Band irgendwie wiederholen könnte. Das dürfte auch daran liegen, dass der kreative Wahnsinn des Vorgängers „Nightfreak And The Sons Of Becker“ (2004) nicht weiterverfolgt wird und auf „The Invisible Invasion“ eher gemäßigte Töne angeschlagen werden. Trotzdem lässt es sich die Band nicht nehmen, scheinbar gradlinige 60s Popsongs wie „Cripples crown“ mit herrlich schrägen Gitarrenlicks zuzulärmen. Sänger James Skelly mutiert zudem immer öfter zu einem kleinen Jim Morrison („She sings the mourning“, „A warning to the curious“) und Nick Power packt schon mal Ray Manzaraks Doors-Orgel aus („The operator“). Das ergibt eine unerwartet stromlinienförmiges Album, was besonders durch seinen „warmen“ 60s-Sound besticht.

Das mögen einige nun als langweilig abtun, denn in der Tat kann das neue Album nicht die irrwitzige Spannung seiner Vorgänger halten. Doch dafür lässt sich das Werk wesentlich leichter durchhören – und zwar mehr als einmal am Stück – sodass The Coral plötzlich mit ganz neuen Qualitäten glänzen. Bedenkt man darüber hinaus, dass Album Nummer 5 in ca. 8 bis 10 Monaten vor der Tür steht, fügt sich mit „The Invisible Invasion“ lediglich ein weiteres Mosaiksteinchen in das Schaffen der verrückt-genialen Jungs aus Merseyside.

Anspieltipps:

  • So long ago
  • Arabian sand
  • Far from the crowd
  • A warning to the curious
Neue Kritiken im Genre „BritPop“
5/10

Can´t Touch Us Now
  • 2016    
Diskutiere über „The Coral“
comments powered by Disqus