Billy Sheehan - Cosmic Troubadour - Cover
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Billy Sheehan Cosmic Troubadour


  • Label: Favored Nations/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Mann ist in seinem Leben als Rockmusiker ganz schön herumgekommen. Aber es hat sich gelohnt. Nach über 20 Jahren im Geschäft, zählt er zu den gefragtesten Bassisten der Szene: Billy Sheehan. Angefangen hat Sheehan in den frühen 80er Jahren in einer Band namens Talas. 1985 wechselte er in die Band des gerade bei Van Halen ausgestiegenen David Lee Roth. Mit dem exzentrischen Sänger nahm er zwei sehr erfolgreichen Alben auf, ehe er sich 1989 selbständig machte und die Band Mr. Big ins Leben rief. Auch mit dieser Formation feierte Sheehan große Erfolge. Besonders in Japan waren Mr. Big eine sehr große Nummer. In Europa kennt man die Band durch die Akustikballade „To be with you“ aus dem Album „Lean Into It“ (1991).

Nachdem Mr. Big Ende der 90er Jahre endgültig in die ewigen Jagdgründe eingegangen waren, machte Billy Sheehan solo weiter und brachte 2001 das Album „Compression“ auf den Markt. Jetzt legt der begnadete Bassist mit „Cosmic Troubadour“ seinen zweiten Solostreich auf dem Label „Favored Nations“ von Kumpel und Gitarrengott Steve Vai nach. „Cosmic Troubadour“ wurde in Sheehans privatem „Digital Dungeon“-Studio, in Sherman Oaks, Kalifornien eingespielt. Als Produzent wurde wiederum Pat Regan (Richie Blackmore, Mr. Big) verpflichtet, der auch schon das Debüt von Billy Sheehan betreute. Zusammen mit Simone Sello (Gitarre, Programming) und Billy Luzier (Drums) wurden 15 Tracks eingespielt, die die gesamte Bandbreite des musikalischen Könnens von Billy Sheehan widerspiegeln. Sheehan selbst bediente neben dem Bass noch seine heißgeliebten Bariton-Gitarren und steuerte die Vocals zu sechs Stücken bei. Die übrigen neun Songs sind reine Instrumentals.

Musikalisches Zuhause der meisten Songs auf „Cosmic Troubadour“ ist anspruchsvolle Rockmusik der progressiven Art, die von diversen, recht konventionellen Rocksongs flankiert wird. Unterm Strich kann damit auch ein Genie am Bass wie Billy Sheehan nicht den typischen Eindruck beim Anhören eines Axeman-Solowerks entkräften, dass sich hier jemand ohne Rücksicht auf Verluste austobt und in nichts reinreden lässt. Damit sind die vielzitierten Frickelorgien vorprogrammiert, die sich auch hier zuhauf wiederfinden. Doch mit dem abwechslungsreichen „Dreams of discontent“, dem groovigen „Back in the day” und dem von grollenden Double-Bass-Attacken durchsetzten „Toss it on the flame“ zeigt Sheehan, dass es auch anders geht.

„Cosmic Troubadour“ ist ein Album für Puristen und nicht unbedingt für die Fans Billy Sheehans früheren Arbeitgeber (Mr. Big, David Lee Roth) geeignet. Das mit einem gehörigen Schuss Prog- und Fusion-Rock versetzte Album wird diese Zeitgenossen mit ziemlicher Sicherheit verschrecken. Also vorher lieber mal reinhören.

Anspieltipps:

  • Dreams of discontent
  • From the backseat
  • Something she said
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