Alanis Morissette - Jagged Little Pill: Acoustic - Cover
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Alanis Morissette Jagged Little Pill: Acoustic


  • Label: Maverick/WEA
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Für die Neueinspielung der 13 Songs hat sich Alanis Morissette nach sieben Jahren wieder mit Produzent Glen Ballard zusammengetan.

In Sachen Veröffentlichungspolitik der großen Plattenfirmen gibt es in diesem Monat von einer ganz neuen Blüte zu berichten: Zum zehnjährigen Jubiläum ihres Debütalbums „Jagged Little Pill“, veröffentlicht Superstar Alanis Morissette (31) eine neu eingespielte Akustikversion des Megasellers, der mit weit über 30 Millionen verkauften Einheiten zu den erfolgreichsten Tonträgern aller Zeiten zählt. Ein sicherer Erfolg also, selbst wenn nur zehn Prozent der damaligen Käufer auch bei der Neuauflage zuschlagen würden.

Für ein mittleres Erdbeben und heftige Proteste sorgte deshalb bei vielen Tonträgerhändlern in Nordamerika die Entscheidung von Maverick Records, das Album sechs Wochen lang exklusiv über die Kaffeehauskette Starbucks anzubieten. Erst ab dem 26. Juli dürfen in den USA auch andere die CD anbieten. Ein zwiespältiges Unterfangen, wie sich jetzt herausgestellt hat. Unterschiedlichen Meldungen zufolge verkaufte Starbucks in der ersten Woche zwischen 56.000 und 61.000 Exemplaren von „Jagged Little Pill Accoustic“. Legt man diesen Maßstab an die üblichen Verkaufszahlen von Alanis Morissette an, hätte Maverick/Warner Music ohne weiteres zwischen 220.000 und 250.000 Einheiten der CD verkaufen können, wenn die Platte bei allen Händlern gleichzeitig ausgelegen hätte. In den Charts der Erstverkaufswoche wäre dies gleichbedeutend mit Position vier gewesen.

Pech gehabt, kann man da nur sagen. Mal schauen wie die Platte nun in der offiziellen Erstverkaufswoche abschneidet, wenn sich alle Die-Hard-Fans der Kanadierin längst mit der CD eingedeckt haben. Den in solchen Dingen leidgeprüften Deutschen dürften diese Spielereien dagegen ziemlich wurscht sein. Im Zeitalter des Internets gelten eh ganz andere Maßstäbe, die der Rolling Stone in seiner aktuellen Ausgabe treffend zusammengefasst hat: „Je länger man darüber nachdenkt, desto egaler wird es einem, was wann wo wie spät erscheint. Alles ist erhältlich“.

Für die Neueinspielung der 13 Songs hat sich Alanis Morissette nach sieben Jahren wieder mit Produzent Glen Ballard zusammengetan, um eine erwachsene Version dieses stilprägenden Albums einzuspielen. Die Lyrics wurde dazu teilweise überarbeitet und die Arrangements entspannter umgesetzt. Die Zeit der jungen, zornigen 21-Jährigen ist nämlich definitiv vorbei. Nun gilt es, die Songs in das Hier und Jetzt zu transportieren, ohne deren Energie und Attitüde zu zerstören. In der Atmosphäre eines „Unplugged“-Konzertes (das Morissette 1999 auch schon auf Platte veröffentlichte, weshalb der Vorwurf der Geldmacherei nicht ganz aus der Welt zu schaffen ist) unterstreicht die 31-Jährige die zeitlose Qualität ihrer frühen Kompositionen. Zwar wurden sämtliche Ecken und Kanten im Sound herausgebügelt, was die eine oder andere Interpretation etwas zahnlos erscheinen lässt, aber dem eigentlichen Kern eines Songs kann auch diese Entschlackung nichts anhaben. Titel wie „Perfect“, „You learn“, „Head over feet“, „You oughta know” und „Hand in my pocket” sind und bleiben der Konsensstoff einer ganzen Generation, egal ob mit oder ohne E-Gitarren und krachenden Drums.

Anspieltipps:

  • Perfect
  • You learn
  • Head over feet
  • You oughta know
  • Hand in my pocket
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