Theory Of A Deadman - Gasoline - Cover
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Theory Of A Deadman Gasoline


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich lässt „Gasoline“ eine ausgewogenen Mischung aus begeisterungsfähigen Rocksongs und auf die Tränendrüse drückenden Balladen vermissen.

Der schreckliche Schnurbart ist ab bei „Theory Of A Deadman“-Fronter Tyler Connolly. Die Band ist nach der Entlassung von Drummer Tim Hart zum Trio geschrumpft und Mentor Chad Kroeger (Nickelback) wird auch nicht mehr gebraucht. Im Hause der Kanadier hat sich nach der Veröffentlichung des selbstbetitelten Debütalbums im Spätsommer 2002 eine ganze Menge getan. Klarer Fall von „Make it or break it!“, denn mit ihrem zweiten Album „Gasoline” müssen sich Theory Of A Deadman als eigenständige Band präsentieren, sonst kann der Ofen ganz schnell aus sein.

Erstes Mittel, um den Erfolg herbeizuführen, war die Verpflichtung des Hit-Produzenten Howard Benson (P.O.D., My Chemical Romance, Hoobastank, Papa Roach, Cold, Adema), der nachweislich das Patent besitzt, Rockbands auf die vordersten Plätze der Charts zu führen. Darüber hinaus schlug die Gruppe einen leichten Kurswechsel ein und ergänzte die hart rockenden Songs („Quiver“) aus dem großen Handbuch des Grunge-Rock (insbesondere Alice In Chains stehen für den Sound des Trios Pate) um ein paar fesche Radioballaden („Santa Monica“, „Since you've been gone“, „Hello lonely (walk away from this)“). Durchaus verständlich, denn mit epischen Stadion-Rocksongs wie „Hello lonely (walk away from this)“ lässt sich das US-Radio – und damit auch die Hitparade – unter Garantie knacken! Allerdings darf auch attestiert werden, dass Stücke wie „Since you've been gone“ und „Hell just ain’t the same“ die Grenze des Erträglichen deutlich überschreiten.

Unterm Strich lässt „Gasoline“ eine ausgewogenen Mischung aus begeisterungsfähigen Rocksongs und auf die Tränendrüse drückenden Balladen vermissen. Irgendwie klingt bei TOAD immer noch alles nach Nickelback oder meinetwegen Puddle Of Mudd. Ein Aushängeschild ist das aber nicht. Sound-Guru Chris Lord-Alge (Hoobastank, Green Day, The Calling, Alanis Morissette) mischte die 13 Tracks in seiner ureigenen Art zu einem hochglanzpolierten Album ab, das zwar ab und an mit einem amtlichen Wumms daherkommt („Hating Hollywood“, „No way out“), aber schon nach kurzer Zeit das Pulver verschossen hat. Es gibt kaum herausragende Riffs, geschweige denn ein paar erinnernswerte Melodien – abgesehen von den schönen Balladen „Santa Monica“ und „Hello lonely (walk away from this)“ –, die in Verbindung mit den abgegriffenen Klischeetexten von Tyler Connolly im Gedächtnis hängen bleiben.

Hier wurde eindeutig eine große Chance vertan, sich mit Nachdruck als eigenständige Band zu positionieren. Wollen wir hoffen, dass sich der auf dem Cover abgebildete Leichenwagen nicht als Sinnbild für den Karriereverlauf der Kanadier entpuppt.

Anspieltipps:

  • Better off
  • Say goodbye
  • Santa Monica
  • Save the best for last
  • Hello lonely (walk away from this)
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