Juliette And The Licks - You´re Speaking My Language - Cover
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Juliette And The Licks You´re Speaking My Language


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schauspielerin Juliette Lewis ist Hollywoods Frau für extreme Rollen. Sobald es auch nur ansatzweise um Mord und Totschlag in besonders explizierter Darstellungsform geht, wird die Mimin verpflichtet. So stand die 31-jährige Scientologin unter anderem in Filmen wie „Kap der Angst“ (1991), „Kalifornia“ (1993), „Natural Born Killers“ (1994) und „From Dusk Till Dawn“ (1996) vor der Kamera und gab dabei regelmäßig eine formidable Figur ab.

Inzwischen ist das Rollenangebot für Juliette Lewis etwas dünner geworden und eigenartige Nebenrollen wie in „Starsky & Hutch“ beinahe an der Tagesordnung. Kein Problem für Frau Lewis! Sie zieht sich einfach vorübergehend aus der Schauspielerei zurück und lebt ihre extreme Seite ab sofort in der Musik aus – und zwar als weibliche Light-Ausgabe von Henry Rollins. Das Projekt hört auf den Namen Juliette & The Licks und existiert schon seit mehr als zwei Jahren. Bei den Licks übernimmt Juliette den Posten als Sängerin und aufgedrehte Frontfrau, die sich für keine Stage-Action zu schade ist. Aufgeplatzte Lippen inklusive. Ihr zur Seite stehen Todd Morse (Gitarre), Kemble Walters (Gitarre, Synthesizers), Paul Ill (Bass) und Jason Morris (Drums, Piano).

Obwohl die Licks schon seit geraumer Zeit live aktiv sind, erschien erst vor kurzem die EP „Like A Bolt Of Lightning“ (März 2005) als Vorbote des ersten Longplayers „You’re Speaking My Language”, der Mitte Mai in die Läden gestellt wurde. Juliette Lewis zeigt sich darauf als charismatische Sängerin, die das fehlende Volumen in ihrer Stimme mit jeder Menge Körpereinsatz ausgleicht. Bei langsamen, balladesken Stücken, wie etwa „Long road out of here”, wirkt ihr Organ ziemlich angegriffen und entsprechend heiser. Geht die Band dagegen mehr zur Sache, wie bei „So amazing“ oder der ersten Singleauskopplung „You’re speaking my language”, die herrlichsten Rotzrock bietet, schreit sich Juliette Lewis bis zum Anschlag die Seele aus dem Leib. Es liegt also nicht an ihr, dass das Debütalbum der Licks nicht so recht zünden mag.

Trotz einigen gelungenen Kompositionen („You’re speaking my language”, „Money in my pocket“, „Amercian boy vol. 2“, „Long road out of here”, „Pray for the band Latoya“) krankt das Album an einem eindimensionalen Sound und mittelmäßigen Songs, die knapp die Hälfte der Platte ausmachen. Das ist einfach zuviel für eine überdurchschnittliche Bewertung und der Grund dafür, dass „You’re Speaking My Language” wohl niemals für das erwartete Mediengewitter sorgen wird.

Anspieltipps:

  • This I know
  • American boy vol. 2
  • Long road out of here
  • Pray for the band Latoya
  • You’re speaking my language
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