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Soundtrack Elektra: The Album


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Inzwischen kann der geneigte Kinogänger die Uhr danach stellen. Denn mit dem Film „Elektra“ läuft in unseren Kinos schon wieder eine Marvel Comicverfilmung an. Damit einher geht wieder die Veröffentlichung einer massentauglichen Compilation nach dem bewährten Erfolgsrezept von Sony Music Entertainment, die sich in den letzten Jahren mit ähnlich gelagerten Soundtracks, vollgepackt mit aktueller Rockmusik der angesagtesten Bands, ein nettes Zubrot dazuverdient haben. Nach den Samplern zu „Spawn“ (1997), Godzilla“ (1998), „Armageddon“ (1998), „Scream 3“ (2000), „Spider-Man“ (2002), „Daredevil“ (2003), „The Punisher“ (2004) und „Spider-Man 2“ (2004), geht nun „Elektra: The Album“ an den Start.

Bei „Elektra“ handelt es sich um einen Spinoff von Rob Bowmans „Daredevil“, dem Comic, in dem der Charakter der Elektra erstmals im Jahr 1980 auftauchte. Im Comic-Universum ist Elektra die Tochter eines griechischen Botschafters namens Hugo Natchios, allerdings muss die Dame im Gegensatz zu vielen ihrer Marvel-Kollegen ohne Superkräfte auskommen. Besetzt wurde die Rolle der „Elektra“ mit Jennifer Garner („30 über Nacht“), die die Rolle bereits in der kommerziell erfolgreichen „Daredevil“-Verfilmung verkörperte. Allerdings ist der Star der TV-Serie „Alias“, in der Garner bereits reichlich Erfahrung als Superagentin sammeln konnte, das Beste, was „Elektra“ zu bieten hat. Nicht ohne Grund lauteten die Kritiken der Pressee von „vernichtend“ bis maximal „durchschnittlich“. Und bei einem erwarteten US-Einspielergebnis von ca. 25 Millionen Dollar, bei einem Budget von immerhin 65 Millionen Dollar, ist der Flop vorprogrammiert.

Sei’s drum. Es gibt ja noch den Soundtrack. Und dieser fährt gleich 15, zum Teil brandneue Tracks von Jet, The Donnas, Finger Eleven, 12 Stones, Evanescence, Alter Bridge, Taking Back Sunday, Switchfoot und einigen mehr auf. Damit sind die Claims für eine nicht unerhebliche Käuferschicht abgesteckt. Dennoch ist nicht alles Gold, was uns auf der CD geboten wird. So haben Finger Eleven ihren Song „Thousand mile wish“ vom 2003er-Debüt „Finger Eleven“ für den Soundtrack neu abmischen lassen. Für neue Erkenntnisse sorgt aber auch der „Elektra Mix“ nicht. „Thousand mile wish“ bleibt eine etwas zahnlose Mainstreamballade für Nickelback-Freunde. Strata präsentieren mit „Never there (she stabs)“ einen Track ihres selbstbetitelten Debütalbums aus dem letzten Jahr. Sollte man von der Veröffentlichung nichts mitbekommen haben, ist dies kein Problem, da die Band lediglich gediegenen Screamo-Nu-Rock von der Stange bietet. Nagelneue Tracks kommen dagegen von unseren australischen Freunden Jet, die mit „Hey kids“ einen großartigen Retro-Groover mit leichten „The Who“-Anleihen auftischen, den Donnas, die mit „Everyne is wrong“ bei AC/DC abgeschauten Schweinebluesrock auffahren, und den unvermeidlichen Evanescence, die mit „Breathe no more“ wie gewohnt auf die Tränendrüse drücken und eine Pianoballade zum Dahinschmelzen darbieten.

Die noch unbekannte Megan McCauley (ihr Debütalbum erscheint im Sommer 2005) gibt mit „Wonder“ einen schwachbrüstigen Avril-Lavigne-Abklatsch und Switchfoot enttäuschen mit der schlappen Ballade „Sooner or later“. Wie es geht, zeigen dagegen die Herren von Taking Back Sunday, die mit „Your own disaster“ eine hoch emotionale Pianoballade vorlegen. Sollte sich der Leser nun wundern, dass bei jedem zweiten Song von einer Ballade die Rede ist, so liegt das daran, dass der „Elektra“-Soundtrack extrem ruhig und balladesk ausgefallen ist. Richtig gerockt wird hier nur selten. Bei der Songauswahl standen zumeist akustische Stücke im Vordegrund, die nur selten von hart rockenden Stromgitarren durchsetzt werden (etwa bei 12 Stones „Photograph“, The Dreamings „Beautiful“ oder Alter Bridges „Save me“).

Alles in allem ist das ganz nette Unterhaltung, ohne besondere Highlights bzw. bemerkenswerte Ausfälle. „Elektra: The Album“ ist Schonkost für das gestresste Rock ’N Roller Ohr. Qualitativ eher Durchschnitt, womit sich Film und Soundtrack bewertungstechnisch sehr nahe kommen.

Anspieltipps:

  • Jet - „Hey kids“
  • Alter Bridge - „Save me“
  • 12 Stones - „Photograph“
  • Evanescence – „Breathe no more”
  • Taking Back Sunday - „Your own disaster“
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