Marilyn Scott - Nightcap - Cover
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Marilyn Scott Nightcap


  • Label: Neo/SONY
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Marilyn Scott kann man guten Gewissens als die populärste Stimme zeitgenössischer Musik bezeichnen. Sie kombiniert kreative Visionen mit Leidenschaft für Musik, wobei sie Genres wie Jazz, R&B und klassischen Pop verarbeitet. Die Südkalifornierin steht seit ihrem 15. Lebensjahr auf den Brettern, was eine ungemeine Professionalität garantiert. Sie coverte Ikonen wie Aretha Franklin, Janis Joplin oder beispielsweise Etta James, sammelte so tiefgängige Erfahrungen und sackte so manche ehrliche Anerkennung ein, die mehr als verdient war. Marilyn Scott trug zum Erfolg von Tower Of Power bei und legte ihr musikalisches Ei in vielen Session-Nummern, u. a. zusammen mit den Yellowjackets, Bobby Womack, George Duke oder auch Hiroshima.

Nach soviel Banderfahrung schrie es gewissermaßen um eine Solo-Karriere, die Marilyn Scott erfolgreich starte. Schon 1992 bestach sie mit ihrem Album „Smile“ ihre Zuhörer und heimste großen kommerziellen Erfolg ein. Ihr soziales Engagement zeigte Marilyn Scott damit, dass sie ihre Hit-Single „The last day“ unentgeltlich dem amerikanischen Roten Kreuz zur Verfügung stellte, das damit im Jahre 1998 ihre Kampagne in Ton setze. Ihre Vielseitigkeit bestätigt sich darin, dass Marilyn Scott auch für den großen Erfolg verschiedener Soundtracks verantwortlich ist: „Torch Song Trilogy“, „Twins“, „Bounce“.

„Nightcap“ kann man als das reifste Album von Marilyn Scott bezeichnen: Viele Jahre lang stieß sie sich scheinbar die vokalen Hörner ab. „Nightcap“ groovt und pulsiert, wird sofort im Blut aufgenommen. Dieses ist das erste Album, das die Künstler in Eigenregie produzierte, ihm somit noch deutlicher ihren persönlichen Stempel aufdrückte. Involviert sind namhafte Künstler wie George Duke (Keyboards), Vinnie Colaiuta (Drums), Brian Bromberg (Bass) und Ray Fuller (Gitarre). Marilyn geht auf „Nightcap“ das Risiko ein, altbekannte, wundervolle Nummern zu covern, ohne ihnen Flair zu nehmen, den Liedern aber ihre Persönlichkeit einzuhauchen, was ihr sehr gut gelungen ist. Marilyn selbst sagt „Die Aufrichtigkeit der Texte ist für mich enorm wichtig, sonst könnte ich diese Worte nicht so gefühlvoll vortragen“.

Dies ist ihr deutlich gelungen. Hut ab, raus mit den Blumen, große Verneigung! Ich hätte zwar lieber ein paar Scott-eigen Nummern auf diesem Album wieder gefunden, aber bin trotzdem recht beeindruckt. Für einen gemütlichen Abend zu zweit oder als Hintergrundberieselung an einem gemütlichen Abend vor dem Kamin mit einem guten Buch in der Hand, in der anderen einem guten Tropfen „Traubensaft“, kann das Leben einem nichts mehr anhaben.

Anspieltipps:

  • Isn`t this a lovely day
  • I wished on a moon
  • Yesterdays
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