The O´Jays - Imagination - Cover
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The O´Jays Imagination


  • Label: Sancturay Records/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass lebende Legenden auch noch heutzutage im Showbusiness uneingeschränkt ihren Platz einnehmen dürfen, ist nicht mehr alltäglich. Es gibt viele Beispiele, die das Gegenteil beweisen, z.B. Chaka Khan oder Dionne Warwick. Sie müssen ihre Produktionen bei kleinen Independent-Labels veröffentlichen, Diana Ross steht gar ohne Plattenvertrag da. Gerade die Soul-Stars der 60er und 70er Jahre haben es heutzutage schwer. Einer versucht nun dies zu ändern und den Stars von damals eine neue Plattform zu bieten. Der Vater von Beyoncé, Mathew Knowles gründete das Label „Music World“ und gibt damit für Soul-Veteranen eine neue Chance. Die erste Formation, die er unter Vertrag genommen hat, sind The O´Jays.

Ganze 43 Jahre sind The O´Jays im Musikgeschäft tätig. Große Erfolge, gerade in den 70er Jahren, bescherten ihnen 10 Gold und 9 Platin Alben, u.a. mit den Hits „Back Stabbers“, „For The Love Of Money“, „Darlin´ Darlin´ Baby“, „Love Train“ oder „Use Ta Be My Girl“. Insgesamt haben The O´Jays bis heute 60 Alben aufgenommen. Darunter das, vor drei Jahren mit einer Grammy-Nominierung ausgezeichnete und mit Gold behangene Werk „For The Love Of“. Ursprünglich bestand das Vokalensemble mal aus fünf Gesichtern: Eddie Levert, Walter Williams, William Powell, Bobby Massey und Billy Isles. Doch wie es eben so kommt, Jahre bringen Veränderungen mit sich. Billy Isles verließ bereits 1965 die Gruppe, ihm folgte Bobby Massey 1971. Einen tragischen Wechsel musste die Band 1975 verkraften. William Powell verließ krankheitsbedingt die Formation und verstarb zwei Jahre später mit 35 Jahren. Die letzte Veränderung vollzog die Band 1995. Der zu diesem Zeitpunkt für zwei Jahre aktive Nathaniel Best verließ die O´Jays. In seine Fußstapfen trat Eric Nolan Grant.

2005 sind also von der ursprünglichen Band nur noch die Gründungsmitglieder Eddie Levert und Walter Williams übrig geblieben. Zusammen mit Eric Nolan Grant bilden sie die heutigen O´Jays. Trotz dieser großen Veränderungen hat sich in all den Jahren der musikalische Stil der Band nie wirklich gewandelt. Der Soul blieb immer in ihren Herzen verwurzelt und ein Hauch Philly-Sound schwebt noch heute um ihre Produktionen. Apropos: Mit „Imagination“ melden sich The O´Jays wieder zurück. Klassischer Harmoniegesang mit dem perfekten Groove („Made it back“), langsame und sanfte Balladen („Make up“), Uptempo-Songs („Busy tonight“), eingängige Hooklines, leichter Rap und schnelle Beats („Chauvinistic“), prägen den neuen Sound.

Dabei ist „Imagination“ ein Kunstprodukt im Sound vergangener Tage. Kunstprodukt deshalb, da sich viele Produzenten mit den Veteranen verlustierten, wie z.B. Jimmy Jam & Terry Lewis, Gerald Levert, Rob Fusari und Falonte Moore, sowie Troy Taylor und Gordon Chambers. Eine illustre und durch die Bank weg erfolgreiche Truppe. Mit drei Songs, tragen sich aber auch die beiden Gründungsmitglieder Eddie Levert und Walter Williams ins Buch der Produzenten ein. Mit „Imagination“ haben die O´Jays ein repräsentatives 60. Album auf den Markt geworfen. Einzigartige Vocals flanieren über einen ausdrucksstarken Grooveteppich – oder wie es Label Chef Knowles ausdrücken würde: „They are living legends and this album proves that they continue to have staying power“. In diesem Sinne. „Imagination” ist Feeling pur. Rhythmus, bei dem man mit muss. Treiben und die Seele baumeln lassen.

Anspieltipps:

  • Imagination
  • Made It Back
  • One Good Woman
  • The Christmas Song
  • Why You Wanna Settle For Less
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