The Polyphonic Spree - The Beginning Stages Of... - Cover
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The Polyphonic Spree The Beginning Stages Of...


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 68 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich fast 30 Menschen aus Texas in langen, weißen Umhängen zusammenfinden, mutet das erst mal unheimlich an. The Polyphonic Spree sind zwar modisch zugegebener Maßen nicht ganz auf dem Laufenden, dafür machen sie Musik, die sich am Besten mit den Worten bombastisch und großartig fassen lässt.

Tim DeLaughter, so etwas wie der Oberguru der vor zwei Jahren in Dallas gegründeten Hippie-Sekte, lässt es auf „The Beginning Stages Of...“ so richtig krachen. Kleckern können andere, hier wird geklotzt! Mit Pauken, Streichern, Flöten, Hörnern und einem zehnköpfigen Chor frönen sie einer Gigantomanie, die ihres gleichen sucht. Aus Titeln werden Hymnen, aus der Trackangabe auf der CD werden „Sections“ und das alles wird von einer sinfonischen Feierlichkeit getragen, die bei allem Bombast nie zum bloßen Selbstzweck verkommt.

Textlich spielt sich das Ganze in ähnlichen Bahnen ab: Warm, Shine, Love, Light und Sun sind die bevorzugten Heilsbringer in den Lyrics des Hippieorchesters. Musikalisch erinnern die Stücke zuweilen an die überschwänglichen Beach Boys, die überladenen Mercury Rev oder die stürmischeren Lieder von Sigur Ros. In ihrer schwelgerischen und formverliebten Schönheit lassen sich aber auch Referenzen bei klassischen Komponisten oder Dirigenten finden. Nicht von ungefähr will man als Hörer immer wieder den Takt mit laienhaften Dirigentenbewegungen unterstreichen oder die Arme gleich der Sonne entgegen strecken.

Einzige Enttäuschung auf diesem Album ist der über 30 Minuten dauernde Schlusssong. Hier werden lediglich endlose Soundcollagen aneinander gereiht, Vokalsequenzen geloopt und zu einem uninspirierten Dauerbrummen verfremdet. Ansonsten, und das sei hier noch einmal ausdrücklich festgehalten, handelt es sich bei „The Beginning Stages Of...“ um eine uneingeschränkt großartige, empfehlenswerte Platte, die einem den Glauben an den ganz großen Pop zurück gibt!

Anspieltipps:

  • It´s the sun (Section 2)
  • Days like this keep me warm (Section 3)
  • Light and Day/Reach for the sun (Section 9)
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