Ween - Quebec - Cover
Große Ansicht

Ween Quebec


  • Label: Sanctuary Records/ZOMBA
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Fake–Brüder sind wieder da! 3 Jahre nach dem letzten Lebenszeichen „White Pepper“ und dem eher enttäuschenden Live-Album „Painting The Town Brown“ fügt sich nun mit „Quebec“ ein weiterer, wie immer stilsprengender Mosaikstein zum Gesamtwerk der Gebrüder Ween.

Das mittlerweile achte Studioalbum besticht einmal mehr durch den typischen, vor nichts halt machenden Stilmix. Getreu dem Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ bändigen die beiden auch hier wieder Einflüsse und Stile, die eigentlich unvereinbar scheinen. Keine Idee ist zu abwegig, kein Übergang zu absurd und keine Textzeile zu irrwitzig, um nicht von Gene und Dean Ween verbraten zu werden. Ausgetretene musikalische Pfade waren ihre Sache ja noch nie. Und so haben die beiden, die sich angeblich in der achten Klasse bei einem Schreibmaschinenkurs kennen lernten, hinter jeder Stilblüte bereits die nächste Überraschung parat. Egal ob Rock-Anleihen, psychedelisch Versponnenes, Happy-Sounds aus dem Kinderzimmer, Schmacht–Ballade mit trashigem Eighties–Gitarrensolo oder sinnfreier Nonsens-Pop; die Pseudo–Brüder mixen feixend alle liebgewordenen Zutaten zusammen.

Dass „Quebec“ bei aller überbordender Vielfalt nie auf Kirmesniveau absinkt oder einfach nur an eine Jukebox erinnert, zeugt vom genialen Songschreibertalent, welches bei all dem augenzwinkerndem Humor oft vergessen wird. So legen die Zwei mit dem Album-Opener „It´s gonna be a long night“ eine Schweinerocknummer in bester Motörhead-Manier aufs Parkett. Dass fantastische „Transdermal celebration“ überzeugt wiederum durch treibende Klänge, während „Hey there fancypants“ durch verspielte Gute-Laune-Harmonien gefällt. Unbestrittene Höhepunkte von „Quebec“ sind jedoch die balladesken Stücke. So etwa das anklagende „If you could save yourself (you´d save us all)“ oder das melancholische „I don´t want it“, in dem sie auf anrührende Weise, dass schleichende, zwar ungewollte, aber dennoch unvermeidliche Ende einer Beziehung besingen.

Ist da also tatsächlich so etwas Nachdenklichkeit eingezogen oder ist man doch nur wieder dem bitter-zynischen Humor der beiden auf den Leim gegangen? Wer herrlich abgedrehte Titel wie „The fucked jam“ oder „So many people in the neighborhood“ hört, wird sich unweigerlich für die zweite Variante entscheiden. Es gibt einfach keine Band, die klingt wie Ween! Auch wenn „Quebec“ kein Meisterwerk wie „Chocolate And Cheese“ ist, überzeugt es doch durch eine Menge guter und eine Handvoll fantastischer Songs. „Quebec“ ist bunt, ein bisschen verrückt, überaus unterhaltsam und keine Sekunde langweilig.

Anspieltipps:

  • The Argus
  • Tried and true
  • I don´t want it
  • Transdermal Celebration
  • If you could save yourself (you´d save us all)
Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Niente
  • 2017    
Diskutiere über „Ween“
comments powered by Disqus