Backstreet Boys - Never Gone - Cover
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Backstreet Boys Never Gone


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Backstreet Boys, das sind fünf Jungs aus dem sonnigen Orlando, Florida, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 1996 gegen jede Boybandkonkurrenz durchgesetzt haben – und das mit Soul, Pop und R&B der eingängigsten Sorte. A.J. McLean, Nick Carter, Kevin Richardson, Brian Littrell und Howie Dorough und natürlich ihre hochbezahlten Songwriter haben das Balladenfach perfektioniert und nach ihrem großen Erfolg in Europa auch den Durchbruch in ihrer amerikanischen Heimat geschafft (man beachte die Reihenfolge!). Das hat noch nicht einmal der große Robbie Williams hinbekommen.

Nach dem „Greatest Hits“-Album „Chapter One“ vor gut fünf Jahren wurde es ruhig um die Band, die bisher über 73 Millionen Longplayer verkauf hat. In der Schaffenspause nahm Nick Carter ein Soloalbum auf („Now Or Never“, 2002), das gegen das Solowerk von N’Sync-Konkurrent Jusstin Timberlake („Justified“) blass blieb. Die anderen kümmerten sich um ihre Familien oder ihre Gesundheit, denn die Tourneen durch Europa und den USA hatten – mit allen ihren „Nebengeräuschen“ – Spuren hinterlassen. Doch jetzt meldet sich die erfolgreichste Boyband der 90er Jahre zurück! Das neue Studioalbum „Never Gone“ wurde in Stockholm aufgenommen und hat ausschließlich namhafte Produzenten und Songwriter zu bieten: Billy Mann (Pink, Anastacia), Mark Taylor (Cher, Britney Spears), John Ondrasik (Five For Fighting), John Shanks (Alanis Morrisette, Sheryl Crow, Michelle Branch), Rami (Kelly Clarkson, Britney Spears), Dan Muckala (Aaron Neville), Darren Hayes (Savage Garden) und natürlich den langjährigen Produzenten Max Martin.

Bei so viel Kompetenz könnte man annehmen, dass auch die 14 Songs entsprechend viel Abwechselung bieten. Doch dem ist leider nicht so. Mainstream-Pop in Perfektion, aber ohne Seele, lautet das kurze Fazit. Die Jungs machen anno 2005 keine teenytauglichen Dance-Pop-Balladen mehr. Jetzt sind es Midtempo-Balladen (sic!), die mit ein paar E-Gitarren-Klängen auf den Sound der heutigen Zeit getrimmt werden. Fertig ist die Hälfte der CD.

Bereits die erste Singleauskopplung „Incomplete“ bringt die Stärken der Boys gut hervor: ein gefühlvoller Popsong, der mit mehrstimmigem Gesang veredelt wird. Leider klingen einzelne Harmoniebögen so dreist nach Brian McFadden („Real to me“, „Almost here“), dass dieser wohl nur aufgrund desselben Arbeitgebers (SonyBMG) ruhig gestellt werden kann. Sicher ist es kein Fehler, ein wenig bei der Konkurrenz abzukupfern, z.B. um auf Nummer Sicher zu gehen, doch ein bisschen mehr Experimentierfreude, um diesem glattgebügelten Sound zu entkommen, wäre schon wünschenswert gewesen. So erinnert ein Song wie „Just want you to know“ halt etwas zu sehr an The Calling, die ebenfalls gitarrenbegleitete Liebeshymnen schreiben. „Beautiful woman“ legt dagegen eine härtere Gangart vor und man glaubt gar nicht, dass hier diese braven Mainstreamer am Werk sind. Nur dass das leider die Ausnahme auf „Never Gone“ bleibt. Neben „Incomplete“ ist mit „Weird world“ noch ein weiterer hitverdächtiger Song dabei, der mit den üblichen Zutaten der Marke Backstreet Boys versehen ist. „Poster girl“ ist dem Stil von vor fünf Jahren am nächsten: eingängig, tanzbar und mit Beats aus dem Drumcomputer unterlegt, unterscheidet er sich ein wenig von den restlichen Stücken auf der CD.

Eine große Rolle spielt das alles nicht. Der Longplayer wird angesichts des großen Namens gewiss seine Käufer und viele alte Fans finden. Denn unterm Strich ist bei den Backstreet Boys alles beim Alten geblieben: Durchschnittsware wird mit zwei, drei Songs mit Singlehitpotenzial gekreuzt und fertig ist der Chartstürmer.

Anspieltipps:

  • Incomplete
  • Weird world
  • Beautiful woman
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