Carel Kraayenhof - Street Tango - Cover
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Carel Kraayenhof Street Tango


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Nächte werden langsam wieder länger und wärmer. Passend dazu, ein musikalisches Ambiente mal abseits der üblichen Genre: Der Tango – ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.

„Die Straße ist wie ein Theater des Lebens...“, so beginnen die Liner Notes von „Street Tango“, dem fünften Album des 46jährigen Tangoexperten Carel Kraayenhof. Der Holländer kommt 1958 in Aalst zur Welt. Bereits mit acht Jahren widmet er sich dem Klavierspielen, mit 26 wechselt er dann zum Bandoneon, eine Art Akkordeon. Der Autodidakt verfällt den Melodien des Tango und gründet mit „Tango Cuatro“ sein erstes Ensemble. Schnell spricht sich in Fachkreisen sein Talent rum. Daraufhin lädt ihn 1986 Astor Piazzolla, der Meister des avantgardistischen, konzertanten Tangos nach New York ein, um in seinem Stück „Tango Apasionado“ das Solo-Bandoneon zu spielen. „Tango Apasionado“ gilt als die „West Side Story“ von Buenos Aires. Nach diesem gewaltigen Karrieresprung reist Kraayenhof quer durch die Welt, spielt an vielen bekannten Häusern als Gastmusiker und mit seinen Ensembles auch an der Seite berühmter Tango-Stars.

Neben einigen CD-Produktionen in den darauffolgenden Jahren, spielte Carel Kraayenhof im Rahmenprogramm der Hochzeitsfeierlichkeiten von Prinz Willem Alexander und Maxima vor knapp drei Jahren. Dieser Auftritt wurde von weltweit mehr als 500 Millionen TV-Zuschauern gesehen. Seit diesem Zeitpunkt ist er in vielen Herzen verankert und seine Musik wird auch in Holland von vielen Liebhabern genossen. Mit seinem aktuellen Album „Street Tango“ ebnet sich Kraayenhof nun galant den Weg, auch die Musikliebhaber hierzulande zu überzeugen. Und dies sollte ihm problemlos gelingen, denn „Street Tango“ begeistert nicht nur Tango-Liebhaber, sondern auch Musical-Freunde.

„Street Tango“ ist eine Melange aus Stücken des Tango-Musicals „Tango Apasionado“, wie „Ausencias“, „Resurreccion del angel“ und „Knife fight“ von Astor Piazzolla und der „West Side Story“, wie „The rumble“, „Maria“, und „A boy like that“ von Leonard Bernstein, sowie einer Komposition von Carel Kraayenhof „Desconsierto“ und E.S. Discepolo „Alma de Bandoneon“. Ein perfekter Mix klassischer Klänge, lateinamerikanischer Rhythmen, verspielter Tango-Takte, jazzigen Resonanzen und poppigen Echos. Ein vor Leidenschaft und Temperament strotzendes Gesamtwerk. Auch, wenn sich vielleicht auf den ersten Ton keine großen Gemeinsamkeiten hören lassen, so entdeckt das Ohr im Verlaufe der Aufnahmen viele Ähnlichkeiten, die perfekt zusammenpassen und eindrucksvoll harmonieren. Jamie Bernstein-Thomas und Diana Piazzola, die Töchter der beiden Maestros, beschreiben diese Zusammenführung ausführlich in den Liner Notes zu „Street Tango“.

Übrigens: Der CD liegt eine Bonus-DVD bei. Diese beinhaltet ein „Road Movie“, den bereits dritten Dokumentarfilm über Carel Kraayenhof. Das Portrait entstand während seiner Argentinienreise zum 10. Todestag Astor Piazzolas. Eine Stunde erlebt der Zuschauer den Tango aus der Sicht Carel Kraayenhofs. Der Film visualisiert ein eindrucksvolles Bild des Bandoneon-Musikers.

Anspieltipps:

  • Street Tango
  • A Boy Like That
  • Alma de bandoneon
  • Resurreccion del angel
  • Tres minutos con la realidad
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