Mia Aegerter - So Wie I Bi: The Way I Am - Cover
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Mia Aegerter So Wie I Bi: The Way I Am


  • Label: Modul/BMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mia Aegerter überzeiugt auf ihrem Debüt mit mainstreamigem Songwriter-Pop, der mit leichten Country- und Folkeinflüssen durchsetzt ist.

Es ist bestimmt nicht fair, alle Soapstars in dieselbe Schublade zu stecken. Denn genau wie Yvonne Catterfeld („Du hast mein Herz gebrochen“) hatte auch die Schweizerin Mia Aegerter eine Hauptrolle in der bekannten Daily Soap „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“. Dass sie auch singen kann, ist aber bis heute kaum bekannt, da ihre Debütsingle „U don’t know how to love me“ ganz schnell in der Versenkung verschwand und auch danach keine großen Chartnotieren bei ihren Veröffentlichungen heraussprangen. In ihrem Heimatland schaffte es die gebürtige Freiburgerin zwar in die Top 20, ihren Plattenvertrag war sie dennoch schnell wieder los.

Aber ein Kämpferherz soll ja bekanntlich nicht aufgeben und so bekam sie eine Hauptrolle in dem Film „Achtung, fertig, Charlie“ und lieferte auch gleich den selbstgeschriebenen, schwiezerdütschen Song „Hie u jetzt“ dazu ab. Der Film wurde in der Schweiz zum Kassenschlager und immer mehr Menschen interessierten sich für die 27-Jährige. Plötzlich hieß es, ihre Songs klängen nach Avril Lavigne oder Nelly Furtado, was aber nur oberflächlich betrachtet so scheint. Mit der nächsten Single „So wie i bi“ erreichte Mia Aegerter erneut die schweizer Charts und das Debütalbum „So wie i bi - The Way I Am“ erhielt eine Gold-Auszeichnung. In Deutschland blieb der Erfolg dagegen weiterhin aus. Lediglich die Auskopplung „Alive“ konnte sich in den unteren Rängen der Top 100 platzieren.

Ihr Debüt wird mit dem eingängigen „So wie i bi“ im sehr angenehmen schwiezerdütschen Dialekt eröffnet. Begleitet von akustischen Instrumenten und sanften Drum Beats ist das Stück ein radiotauglicher und schmeichelnder Song, der das ganze Album gut repräsentiert. Weiter geht es mit dem markanter klingenden „Free“, in dem es um Mias verstorbene Großmutter geht. „Ihr Geist hat sich von ihrem Körper gelöst und ist nun endlich frei“, wird im Booklet erklärt. Auch mit dem bereits erwähnten „Hie u jetzt“ präsentiert sich Mia poprockig und bewegt sich voll und ganz auf der Mainstream-Schiene.

„Ohni di“ überzeugt als melancholische Ballade, in der Mia sich sehr intim und verletzlich zeigt. „U don’t know how to love me“ besticht durch einen eingängigen Refrain, allerdings merkt man diesem Song durchaus an, dass er nicht von Frau Aegerter geschrieben wurde. Bei den akustischen Tracks „We don’t even talk anymore“ und „Captured in the circle“ zeigt sich Mia von ihrer zarten, tiefsinnigen Seite und „Hättiwürdichönnti“ kommt als fetzig würzige Powerpop-Nummer daher. „Blib Stark“ ist eine weitere Pop-Ballade, die Mias Schwester gewidmet ist. Die letzten drei Songs „The way I am", „Over u“ und „Right here right now“ sind dann „nur noch“ Übersetzungen der im Dialekt vorgetragenen Stücke. Ganz nett, aber die Originale haben deutlich mehr Charme und wirken authentischer.

Alles in allem überzeugt Mia Aegerter auf ihrem Debüt mit mainstreamigem Songwriter-Pop, der mit leichten Country- und Folkeinflüssen durchsetzt ist. Dennoch wird ihr Sound einigen zu glatt sein. Diejenigen werden weder die fetzigen noch die melancholischen Stücke wirklich berühren. Aber Talent darf man Mia Aegerter auf keinem Fall absprechen. Denn ihr Stil ist durchaus ausbaufähig.

Anspieltipps:

  • Hie U Jetzt
  • Captured in the cirle
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