Kamelot - The Black Halo - Cover
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Kamelot The Black Halo


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kamelot haben ihren Sound noch weiter verfeinert und präsentieren ihr bisher reifstes Album.

Kamelot wurde 1991 von Gitarrist Thomas Youngblood und Drummer Richard Warner aus der Taufe gehoben. Ihr Metier war von Beginn an eine Mischung aus Power Metal mit Fantasyeinschlag und progressiven Elementen. Mit dem Vorgängerwerk „Epica“ nahm sich die Band um Sänger Roy Khan, der erst später dazugestoßen ist, thematisch Goethes Faust an, was nun mit „The Black Halo“ zum Abschluss gebracht wird.

Markierte schon „Epica“ den vorläufigen Höhepunkt in der Bandgeschichte, haben Kamelot ihren Sound nun noch weiter verfeinert und präsentieren ihr bisher reifstes Album. Als Gastsänger darf „Dimmu Borgir“-Zombie Shagrath den Mephisto mimen. Eine Aufgabe, die er nicht nur optisch (zu dem Song gibt es auch ein auf der Bandhomepage abrufbares Video) mit Bravour erledigt. Gleich zu Beginn ist er in einem der stärksten Tracks des Albums zu hören. „March of Mephisto“ kommt für Kamlot-Verhältnisse erstaunlich hart daher und geht dank krachendem Bass sofort ins Ohr. Womöglich der beste Kamelot-Song überhaupt. Bei einem derart starken Auftakt kommen Zweifel auf, ob der Rest des Albums das Niveau halten kann. Entwarnung: es kann!

„When the lights are down“ macht ungleich schneller da weiter, wo der Opener aufgehört hat. Auch hier dominiert ein treibender Basslauf, wenngleich der Refrain Khan-typisch etwas operettenhafter ist. „The hunting (somewhere in time)“, zu dem ebenfalls ein Video gedreht wurde, überzeugt vor Allem durch eine starke Duett-Leistung von Khan und Gastsängerin Simone Simons. Daran anschließend folgt mit „Soul Society“ ein weiterer Kracher, der abermals mit brachial-düsteren Riffs aufwartet. Zeit für eine Verschnaufpause. „Abandoned“ ist die einzige richtige Ballade auf „The Black Halo“. Keine Großtat, aber durchaus nett anzuhören. „This Pain“ besinnt sich dann wieder auf vorangegangene Stärken und feuert mal wieder nackenbrechende Riffs ins Gehör, was sich im Grunde ohnehin durch sämtliche Songs zieht. Mit „Moonlight“ wird’s das erste Mal progressiver. 5 Minuten, die die volle Aufmerksamkeit des Hörers erforderlich machen. Nach einer kurzen Überleitung geht’s mit dem schnellen Titelsong sowie „Nothing ever dies“ wieder geradliniger zu Werke. Herzstück ist das epische „Memento Mori“, bei dem auch Shagrath wieder knurren darf. An die 9 Minuten Epic-Power-Progressive-Metal vom Feinsten. Hätte sich ausgezeichnet als Abschluss gemacht, allerdings ist „Serenade“, das von einem weiteren so genannten Interludium eingeleitet wird, auch würdig diesen Platz innezuhaben. Man muss aber sagen, dass die erste Hälfte des Albums ganz klar die Bessere ist, während gegen Ende nur noch „Memento mori“ wirklich heraussticht

Insgesamt ist „The Black Halo“ unzweifelhaft das beste Werk der Bandgeschichte. Kommerzieller Erfolg ist dem Ganzen zwar nicht zuzutrauen, obgleich vor Allem „March of Mephisto“ ein echter Brecher ist, der sich keinesfalls nur einer eingeschworenen Prog-Gemeinde erschließt. Abgesehen davon liegt hier aber ein Meisterwerk seines Genres vor. Wer sich bei klischeetriefenden Kitsch-Metal wie dem neuesten Hammerfall-Werk mit Grausen abwendet, sollte Kamelot eine Chance geben. Vorzugsweise der günstigeren normalen Version. Denn die limitierte Digi-Book-Edition bietet lediglich zwei überflüssige Radio-Versionen von „March of Mephisto“ und „The Haunting (somewhere in time)“, die den Mehrkosten nicht gerecht werden.

Anspieltipps:

  • This Pain
  • Moonlight
  • Soul Society
  • Memento Mori
  • March of Mephisto
  • When the lights are down
  • The Haunting (Somewhere in Time)
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