Dave Matthews Band - Stand Up - Cover
Große Ansicht

Dave Matthews Band Stand Up


  • Label: V2 Records/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In Amerika ist Dave Matthews ein Superstar, der mit seiner Band weit über 20 Millionen Tonträger verkauft hat. In Europa heißt es dagegen immer noch „Dave wer?“ Dabei ist die Dave Matthews Band schon seit über zehn Jahren bei einer Major-Company unter Vertrag (BMG, jetzt SonyBMG). Doch auch diese hat es bis heute nicht geschafft, die Band in Europa zu breaken, wie es so schon schön heißt. Den nächsten Anlauf darf deshalb V2 Records machen, die das in den USA im Mai 2005 auf den Markt gekommene neue Studioalbum „Stand Up“ bei uns unter die Fittiche genommen hat.

Die 1991 von dem Südafrikaner Dave Matthews gegründete Band wird gerne als poppige Light-Ausgabe von Grateful Dead bezeichnet. Das dürfte zum einen an dem leicht angejazzten Sound der Jungs aus Charlottesville, Virgina liegen, aber auch an ihrer Vorliebe für lange Tourneen und der Auswertung dieser mit einer Flut an Live-Alben. Bei einem Blick auf die umfangreiche Diskografie der Dave Matthews Band kann einem deshalb schon mal der Überblick verloren gehen. Aber wer genau hinschaut, wird merken, dass es Dave Matthews (Vocals, Gitarre), Carter Beauford (Drums), Stefan Lessard (Bass), LeRoi Moore (Saxophone) und Boyd Tinsley (Violine) nach ihrem zuerst in Eigenregie veröffentlichtem (Live!)-Debüt „Remember Two Things” aus dem Jahr 1993 erst auf fünf Studioalben gebracht haben. Das ist in der Tat erstaunlich.

Das letzte Studioalbum „Busted Stuff“ liegt inzwischen drei Jahre zurück. Darauf wurde überwiegend Material verwendet, das in Sessions mit Steve Lillywhite im Jahr 2000 entstand. Echte Neuware gab es dagegen auf „Everyday“ (2001) und dem Solowerk von Dave Matthews („Some Devil“, 2003).

Das neue Werk „Stand Up“ wurde erstmalig von Mark Batson (Eminem, Seal, Gwen Stefani, Beyoncé) produziert. Er hat es allerdings nicht geschafft, die Live-Spielfreude der Dave Matthews Band zu 100% auf CD zu bannen. Wobei die Schuld dafür eher bei der Band zu suchen ist. Sie bleibt ihrem Stil nämlich bis ins Detail treu, tritt dabei aber auf der Stelle und erzeugt damit schnell Langeweile. Da hilft auch eine amtliche Produktion mit einem Sound, der sämtliche Konkurrenzvergleiche standhält, nicht viel.

Doch sieht man mal vom überflüssigen „American baby“-Intro ab (Explosionen, Hubschraubergeknatter und Maschinengewehrsalven mit weinerlichen Streichern unterlegt, als über-plakatives Sinnbild für Krieg, müssen einfach nicht sein), ist „Stand Up“ gewiss nicht so schlecht, wie Teile der US-Presse es behaupten. Als Ausreißer aus dem DMB-Einerlei aus Rock, Pop, Blues und Jazz stechen zum Beispiel der Titeltrack „Stand up (for it)“, „Everybody wake up“, „Smooth rider“ und „Louisiana Bayou” hervor. Hierbei handelt es sich um unwiderstehliche Groover, die exakt den Drive haben, den man sich für das ganze Album gewünscht hatte. Aber vielleicht sind europäische Ohren einfach nicht für den Sound der Dave Matthews Band geeignet.

Anspieltipps:

  • Dreamgirl
  • Steady as we go
  • Louisiana Bayou
  • Hunger for the great light
Neue Kritiken im Genre „Jazz-Rock“
Diskutiere über „Dave Matthews Band“
comments powered by Disqus