Alice Cooper - Dirty Diamonds - Cover
Große Ansicht

Alice Cooper Dirty Diamonds


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht nur Wayne und Garth aus „Wayne’s World“ schmeißen sich vor Ehrfurcht in den Schmutz, wenn sich Vincent Damon Furnier, alias Alice Cooper mal wieder die Ehre gibt.

Wir sind unwürdig! Wir sind unwürdig! Wir sind unwürdig! – Nicht nur Wayne und Garth aus „Wayne’s World“ schmeißen sich vor Ehrfurcht in den Schmutz, wenn sich Vincent Damon Furnier, alias Alice Cooper mal wieder die Ehre gibt, ein neues Album zu veröffentlichen. Auch so mancher Musikerkollege verneigt sich vor dem 57jährigen Detroiter, der als Kultfigur des Hardrock gilt und der definitive Erfinder des Schock-Rock ist.

Coopers Karriere begann in den frühen 60er Jahren. Jedoch sollte erst 1969 das erste Album „For You“ erscheinen, für das ihn Frank Zappas Label Straight Records unter Vertrag nahm. Nach Album Nummer 2 war aber schon wieder Schluss bei Herrn Zappa und Alice Cooper wendete sich härterer Musik zu. In den Siebzigern entwickelte sich Alice Cooper zum Star der Hardrockszene. Mit Hits wie „I’m eighteen“ und „School’s out“ stürmte er die Hitparaden und räumte Gold- und Platin-Auszeichnungen ab. Mitte der Siebziger sinkt die Popularität Coopers. Die Platten werden schwächer und der Alkoholkonsum steigt in schwindelerregende Höhen. Ende der 70er Jahre begibt sich Alice Cooper in Therapie und taucht für viele Jahre ab.

1986 ist er mit einer neuen Platte zurück und wenig später auf dem kommerziellen Höhepunkt seiner Karriere angelangt. Mit Songschreiber Desmond Child (Bon Jovi) und zahlreichen prominenten Gästen legt er das Album „Trash“ (1989) vor, das sich als wahres Hit-Feuerwerk entpuppt. Auf dieselbe Art geht es zwei Jahre später auf „Hey Stoopid“ (1991) weiter. Mit „The Last Temptation“ (1994) wendet es sich von Mainstream ab, was ihn seinen Vertrag bei Sony Music kostet. Es dauert geschlagene sechs Jahre, bis Cooper wieder da ist. Seine Musik ist experimenteller geworden, gleitet streckenweise gar in Industrial-Gefilde ab, während die Texte düster bis apokalyptisch ausfallen. Die konzeptionell zusammenhängenden Werke „Brutal Planet” (2000) und „Dragontown” (2001) sind das Ergebnis dieser Phase. 2003 entdeckt sich Alice Cooper neu und geht mit „The Eyes Of Alice Cooper” soundtechnisch zurück in die frühen Siebziger, als Garagen-Rock total angesagt war. Das neueste Werk „Dirty Diamonds“ schließt sich dem stilistisch an.

In verschiedenen kalifornischen Studios rockte Meister Cooper zusammen mit Ryan Roxie (Gitarre), Damon Johnson (Gitarre), Chuck Garric (Bass) und Tommy Clufetos (Drums) 13 neue Tracks ein, die durch erdigen Sound, eine gepflegte Nicht-Produktion und schlecht ausgepegelten Sound von Steve n’ Rick „glänzen“. Das Ganze erinnert an den berühmten L.A. Sleazerock der frühen 80er Jahre („Woman of mass distraction“), als Coolness noch durch bratzige Schweinerock-Gitarren („Steal that car“) und anzügliche Macho-Texte („Sunset babies (all got rabies)“) ausgedrückt wurde. Dazu bedienen sich Cooper und seine Band ausgiebig an fremden Ideen. So erinnert so manches Gitarrenriff, wie etwa in „Perfect“, an die guten alten Rolling Stones, während „You make me wanna“ an die zahlreichen skandinavischen Rotz-Rock-Kapellen angelehnt ist, die dem 70er-Jahre-Garagen-Rock nacheifern.

So richtig hart geht es dagegen nur selten zur Sache. Der Titeltrack „Dirty diamonds“ und „Run down the devil“ weisen z.B. eine gewisse Hardrock-Verwandtschaft auf, während „The saga of Jesse Jane“ sogar als nette Country-Ballade (!) durchgeht. Erst beim Bonus-Titel „Stand“ wird es etwas moderner, indem Mr. X to the Z, alias Xzibit als Gast-Rapper auftritt. Doch bis dahin ist „Dirty Diamonds“ ein ziemlich müdes Werk, das nur selten ein paar Lichtblicke aufweist. Ganze Songs wissen dabei kaum zu gefallen. Es sind lediglich Details, wie der Gesang in „Your own worst enemy“ oder die Gitarre in „Six hours“, die ansatzweise überzeugen können. Ansonsten enttäuscht Alice Cooper mit „Dirty Diamonds“ auf ganzer Linie und kann sich nur mit einem Bonus-Punkt für verdiente Rock-Legenden über Wasser halten.

Anspieltipps:

  • Dirty diamonds
  • Run down the devil
  • The saga of Jesse Jane
  • Your own worst enemy
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7.5/10

The Final Countdown: 30th Anniversary Show Live At The Roundhouse
  • 2017    
Diskutiere über „Alice Cooper“
comments powered by Disqus