Sheryl Crow - Wildflower - Cover
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Sheryl Crow Wildflower


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Vergleich zum sonnigen Vorgänger „C’mon, C’mon“ (2002) fallen einige der neuen Tracks relativ schläfrig aus.

Nach drei Jahren erscheint mit „Wildflower“ mal wieder ein neues Studioalbum von Sheryl Crow. Eine lange Zeit für heutige Business-Verhältnisse, aber nichts Besonderes für Frau Crow. Die Lebensgefährtin von „Tour de France“-Seriensieger Lance Armstrong lässt nämlich regelmäßig drei, vier Jahre zwischen ihren Werken verstreichen. Eine Zeit, wie sie sagt, die sie nun mal für das Schreiben eines Album braucht. Drängelnde Plattenfirmen haben da keine Chance.

Deshalb ist es auch schon 12 Jahre her, als Sheryl Crow aus dem Nichts in den Pop-Olymp durchstartete. „All I wanna do“ hieß der Gute-Laune-Song, der noch heute zum Standardrepertoire eines jeden Mainstream Radioprogramms zählt. Das dazugehörige Album „Tuesday Night Music Club“ war ein ähnlicher Erfolg und bescherte ihr neben Ruhm und Geld jede Menge Grammy-Auszeichnungen. Davon hat sie inzwischen neun im Regal stehen. Wohl deshalb haben sich die Prioritäten der 43-Jährigen inzwischen etwas verschoben.

„Mir war klar, dass es bei dieser Platte nicht mehr darum gehen kann, erfolgreiche Singles auf ein Album zu bannen – stattdessen wollte ich ein Album machen, das erwachsen klingt und genau die Themen anspricht, die eine Vierzigjährige wirklich beschäftigen“. Diese Einschätzung von Sheryl Crow trifft den Kern des Album sehr gut. Es bedeutet aber auch, dass die kleinen Ecken und Kanten vorheriger Werke nicht mehr zum Vorschein kommen. Die Künstlerin lässt es diesmal sehr ruhig angehen. Im Vordergrund stehen balladeske Songs im gewohnt akustischen Countrygewand, gepaart mit Südstaaten Bottlenecksounds. Wohl eine Folge ihres gedrosselten Arbeitstempos.

Die von John Shanks (Bon Jovi, Alanis Morissette, Michelle Branch, Ashlee Simpson, Kelly Clarkson) und Ex-World-Party-Mitglied Jeff Trott (Susanna Hoffs, Stevie Nicks, Aimee Mann) produzierten Songs entstanden diesmal nicht im Studio, sondern vorher, auf Reisen nach Spanien und in der ruhigen Umgebung ihres Zuhauses. Dann ging sie ins Studio, nahm ein paar Tracks auf und verschwand wieder. So entstand nach und nach quasi unbemerkt das Album „Wildflower“. Fertig war die Platte im Februar 2005. Doch Crow wartete mit der Veröffentlichung, um Lance Armstrong bei seiner letzten Tour de France zu begleiten.

Im Vergleich zum sonnigen Vorgänger „C’mon, C’mon“ (2002) fallen einige der neuen Tracks relativ schläfrig aus. Zu dieser neuen Gemütlichkeit zählen auch die von David Campell arrangierten Streicher, die sich zwar nicht in den Vordergrund drängen, aber fast jeden Song mit einem klebrigen Zuckerguss versehen. So lassen sich Stücke wie „I know why“, „Perfect lie“, „Chances are“ und „Wildflower“ getrost unter gepflegter Langeweile kategorisieren, an der auch die Charakterstimme Sheryl Crows nicht viel rütteln kann. Gelungener sind da schon die erste Single „Good is good“, das pupende „Lifetimes“, das atmosphärische „Sending a letter to god“ und die schönen Balladen „I don’t want to know“ (akustisch) und „Always on your side“ (Piano).

Das reicht gerade noch für ein überdurchschnittliches Album, dem in der ersten Hälfe hörbar das Feuer fehlt und im zweiten Teil durch alte Qualitäten überzeugen kann.

Anspieltipps:

  • Lifetimes
  • Good is good
  • I don’t want to know
  • Sending a letter to god
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