Seether - Karma And Effect - Cover
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Seether Karma And Effect


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Karma And Effect“ ist ein relativ schnörkelloses Album geworden.

Ist Erfolg planbar? Eigentlich nicht. Im Fall der Südafrikanischen Nu-Rockband Seether könnte man aber auf eine andere Idee kommen. Seethers Debütalbum „Disclaimer” holte in den USA eine Gold-Auszeichnung für über 500.000 verkaufte Einheiten. Mit dem Ergebnis war man allgemein zufrieden, sodass die Arbeit am Nachfolger beginnen konnte. Vorher wurde noch schnell für den „The Punisher“-Soundtrack die Ballade „Broken“ als Duett mit Amy Lee von Evanescence neu eingespielt. Schließlich kann ein bisschen Werbung nie schaden, denn Evanescence waren zu der Zeit das große Ding in Europa und den Staaten.

Der Track wurde als Single ausgekoppelt und erreiche die Billboard Top 10, was die Plattenfirma dazu veranlasste, das Seether-Debüt nochmals auf den Markt zu bringen. Mit neuem Artwork und vier zusätzlichen Songs („Sold me“, „Broken - Feat. Amy Lee”, „Cigarettes“ und „Got it made“), die von Bob Marlette neu abgemischt wurden, erreichte „Disclaimer II“ ebenfalls Gold-Status. Damit ist Seether die erste Band, die für ihr Debüt zweimal Gold bekommen hat.

Der Erfolg hielt die Jungs allerdings vom Songwriting des nächsten Albums ab, führte aber dazu, dass Seether in den vergangenen drei Jahren zu einer echten Band geworden ist. Ursprünglich starteten die Südafrikaner nämlich als ein um Sessionmusiker ergänztes Duo. Inzwischen haben sich Shaun Morgan (Vocals) und Dale Stewart (Bass) mit Pat Callahan (Gitarre) und John Humphrey (Drums) zwei feste Mitglieder dazugeholt, die zum Gelingen des neuen Albums „Karma And Effect“ beigetragen haben. Eingespielt wurde das Zweitwerk in nur drei Wochen, nachdem die Arbeiten am Vorgänger zwei Monate andauerten. Der Grund liegt auf der Hand. Bassist Dale Stewart: „I think we wanted to go for more of a live sound, performance-wise as well as in mixing. We didn’t want it to be too produced – we didn’t want ten guitar tracks, we wanted two guitars, bass drums and vocals, like they used to be, like Pearl Jam records: an album that stands on its own without all the fancy tricks”.

In der Tat ist „Karma And Effect“ ein relativ schnörkelloses Album geworden, das der Nu-Rock-Tradition treu bleibt. Melodische Hooks treffen auf harte Riffs. Hier ein bisschen Nickelback, dort etwas Alice In Chains – Seether gehen kein Risiko ein und geben der Fangemeinde was sie will. Leider langweilt diese Auf-Nummer-Sicher-Aktion nach gut der Hälfte der Spielzeit. Achselzuckend darf der Hörer zur Kenntnis nehmen, dass die erste Singleauskopplung „Remedy“ an die Jungs von Puddle Of Mudd erinnert, die bekanntermaßen bei Nirvana klauen, wo sich auch Seether mit ein paar Licks bedient haben („Truth“). Na, das passt doch, auch wenn’s nicht sonderlich neu klingt und wir uns entwicklungstechnisch im Kreis drehen.

Trotzdem: Für eine druckvolle Breitwandballade („The gift“, „Tongue“) oder einen fetten Grunge-Rocker („Burrito“, „Simple mistake“), gewürzt mit zünftigem Emo-Core („Given“, „Im the one“), haben wir auch heute noch ein offenes Ohr. Nur schreien wir nicht mehr so laut Hurra!

Anspieltipps:

  • Tongue
  • Remedy
  • The gift
  • Because of me
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