Bruce Dickinson - Tyranny Of Souls - Cover
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Bruce Dickinson Tyranny Of Souls


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine echte Wohltat für alle, denen Dream Theater zu kompliziert und Iron Maiden zu langweilig geworden sind.

Ob mit oder ohne Bruce Dickinson, die letzten Studio-Outputs von Iron Maiden waren nicht immer als das Gelbe vom Ei zu bezeichnen. Dazu kam in den letzten Jahren ein unverschämter Ausverkauf mit zahlreichen Live-Alben, Box-Sets, DVDs und völlig überteuerten Konzertkarten. Selbst beinharte Fans der eisernen Jungfrau hatten daraufhin das Gefühl, dass es sich bei Iron Maiden nur noch um eine seelenlose Geldmaschine handelt.

Auch wenn Sänger Bruce Dickinson mit seinen Solo-Projekten ein ums anderen Mal Reißaus vor den stringenten Bedingungen bei der von Steve Harris angeführten Band nimmt, sagt auch er nicht nein zu den mit Iron Maiden verdienten Dollars. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, zwischen zwei Iron-Maiden-Tourneen sein neuntes Album (inkl. Live- und Best-Of-CDs) „Tyranny Of Souls“ einzusingen. Die Musik hatte er zusammen mit seinem langjährigen Haus- und Hof-Produzenten Roy Z (Judas Priest, Roadsaw, Helloween) geschrieben, wobei der Titeltrack ursprünglich für das „The Three Tremors“-Projekt geplant war, bei dem neben Bruce Dickinson auch Geoff Tate (Queensryche) und Rob Halford (Judas Priest) mitwirken sollten. Irgendwie hat dies nicht sein sollen und so verwendete Dickinson den Song für sich allein.

Erschwerend kam bei den Aufnahmen dazu, dass sich Dickinson kurz vorher bei einem Sturz von der Bühne in den Photograben ein paar Rippen angebrochen hatte, womit es sich nicht wirklich schmerzfrei singen lässt. Dennoch ist dem Hobbypiloten eines der herausragenden Heavy-Metal-Alben des Jahres 2005 geglückt. Die Produktion ist sauber und druckvoll, die Songs hart und melodisch zu gleichen Teilen, während die Texte, eigentlich wie immer bei Herrn Dickinson, sehr interessant, wenn auch nicht ganz klischeefrei daherkommen.

Von verschachtelten Tracks wie „Soul intruders“ (man könnte auch Prog-Rock dazu sagen, wenn dieser Begriff nicht so negativ behaftet wäre) über dramatische Mini-Epen mit Maiden-Einschlag („Kill devil hill“) bis hin zu harten Rockern („Abduction“) und der obligatorischen Mega-Ballade („Navigate the seas of the sun“) findet der geneigte Metal-Fan alles, was er braucht. Damit macht Bruce Dickinson sieben Jahre nach seinem letzten Soloalbum „Chemical Wedding“ auf höchstem Niveau weiter, variiert dabei geschickt zwischen modernen Sounds („River of no return“) und Retro-Einflüssen („Devil on a hog“) und serviert damit eine echte Wohltat für alle, denen Dream Theater zu kompliziert und Iron Maiden zu langweilig geworden sind. Sehr schön!

Anspieltipps:

  • Abduction
  • Power of the sun
  • Tyranny of souls
  • Navigate the seas of the sun
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