F.R. - Das Mundwerk - Cover
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F.R. Das Mundwerk


  • Label: Rec.On Records
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Fabian R. a.k.a. F.R. – von der Fachzeitschrift Juice schon als nächste Generation des Deutschrap geadelt – veröffentlichte letztes Jahr im zarten Alter von gerade mal 14 Jahren sein Debütalbum mit dem Titel „Das Mundwerk“. Am 19. Januar 1990 erblickte Fabian in der nicht gerade als Hochburg des Sprechgesangs bekannten Stadt Braunschweig das Licht der Welt. Aufgewachsen zur Zeit des HipHop-Booms made in Gemany war ihm schnell klar, wo es lang gehen sollte. Mit sechs Jahren das erste Album der Fantas, mit acht das erste Rapkonzert und mit 11 schließlich die ersten eigenen Texte. Das Internet wurde dabei für die ersten Gehversuche als Plattform genutzt. Bei der „Reim Battle Area“ im World Wide Web gewann F.R. jedes Gefecht, dem er sich stellte.

2002 lernte Fabian dann den Produzenten Champagner aus Bad Honnef kennen und der Grundstein für sein Album wurde gelegt. Es folgte der erste Liveauftritt im November 2003 beim „Flava Jam“ im Braunschweiger Jugendhaus. Bei weiteren Jams komplettierte sich mit DJ Cut Concept sowie Backup-MC Zwieback auch die Crew um das Jungtalent F.R. Nach insgesamt zwei Jahren harter Arbeit, erschien im August 2004 endlich das Debütalbum mit dem Titel „Das Mundwerk“. Weitere Jams mit namhaften MCs wie Franky Kubrick trugen darüber hinaus zum Bekanntheitsgrad bei und auch die Juice supportete F.R. in ihrer Novemberausgabe als Nachwuchstalent auf einer Stufe mit beispielsweise Summer Cem aus dem Lager von German Dream Entertainment, dem Label von Eko Fresh.

F.R. besticht auf seinem Album vor allem durch seine exzellente Reimtechnik, die zusammen mit den Beats von Champagner und Zwieback zu einer beachtlichen Einheit verschmelzen. Insgesamt 20 Tracks – ohne Skits – präsentieren die unterschiedlichten Themen: Die Liebe zum Rap („... mein Verstand kann nicht mehr ohne Rap...“), sarkastisch ironische Geschichten über die Jobwelt, nachdenkliche Momente zum Sinn des Lebens, kritische Stücke über das System, kraftvolle Battletracks, emotionale Gedanken zum Thema Selbstmord sowie tiefgründige Augenblicke zum Thema Tod im allgemeinen.

Die Tatsache, dass F.R. seinen Stimmbruch noch vor sich hat, könnte manchen vielleicht leicht aufstoßen, textlich und musikalisch jedoch spielt das Album schon jetzt in der ersten Liga. So bleibt zu hoffen, dass der Knabe noch lange seine Frische, seinen Flow und sein Talent behalten und vor allem in Ruhe und mit fachlicher Hilfe diese noch ausbauen kann. Braunschweig hat somit nach Cappuccino und Aleksey endlich einen ernstzunehmenden MC, der genügend Energie vorweisen kann, um ein ganz großer im HipHop-Game zu werden. „Das Mundwerk“ macht dabei den ersten großen Schritt in diese Richtung. Also liebe Leute: Kaufen, Genießen, Supporten – für einen besseren HipHop in Deutschland. Peace!

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