Limp Bizkit - The Unquestionable Truth: Part 1 - Cover
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Limp Bizkit The Unquestionable Truth: Part 1


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 30 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mussten die Fans auf das letzte Limp Bizkit Studioalbum „Results May Vary” noch geschlagene drei Jahre warten, überrascht uns LB-Vorsteher Fred Durst diesmal nach „nur“ 20 Monaten mit einem neuen Werk. Und das ist noch nicht alles. Gestaltete sich das Drumherum zum vorherigen Longplayer als chaotisches Geplänkel aus immer wieder verworfenen CD-Titeln, einer medienträchtigen Suche nach einem neuen Gitarristen, der den ausgestiegenen Kreativkopf Wes Borland ersetzen sollte und einem nur schleppend vorangehenden Aufnahmeprozess, ging es diesmal nicht nur vergleichsweise schnell, nein, auch Wes Borland ist wieder zurück und Ersatzmann Mike Smith steht auf der Strasse. Zudem wurde auch noch Drummer John Otto wegen seiner Drogenprobleme zum Teufel gejagt.

Die Zeichen stehen also auf Neuanfang. Dennoch soll das sechste Limp-Bizkit-Werk „The Unquestionable Truth: Part 1“ richtig düster ausgefallen sein, vermeldete Fred Durst auf der Band-Homepage. Für die Aufnahmen der Vocals düste er sogar in die „Goldene Stadt“ Prag, wo er mit Alt/Neu-Gitarrist Wes Borland und Produzent Ross Robinson (Machine Head, Sepultura) in einem Apartment in der Nähe der Karlsbrücke hauste, um die neuen Songs im Absinth-Rausch einzusingen. Wahrheit – oder wieder nur eine nette Geschichte für die Presse? Bei Fred Durst weiß man das nie so genau. Selbst ein im Internet aufgetauchtes privates Homevideo von Durst, das ihn als Amateur-Pornostar in bester Tommy-Lee-Manier zeigt, passt hervorragend zur Promotion des neuen Albums. Wer glaubt da noch an Zufälle?

Angesichts von „nur“ sieben neuen Songs und einer Spielzeit von 30 Minuten, liegt der Verdacht eines Schnellschusses nahe. Doch in Wirklichkeit schlagen Limp Bizkit anno 2005 einen komplett anderen Weg ein. Sie fangen „ganz unten an. Ohne dicke Videos. Ohne Presse. Kein Hype. Kein Garnix“. Und auch wenn die Informationen spärlich sind: „The Unquestionable Truth: Part 1“ riecht irgendwie nach Konzeptalbum. „The propaganda“, „The truth“, „The priest“, „The key“, „The channel“, „The story“ und „The surrender“ heißen die neuen Stücke, die wütend, rau und ziemlich lärmend aus den Boxen poltern. Nicht mehr Nu-Rock oder Rap-Rock ist die Devise, sondern bewusst unkommerzieller Hardcore Rock mit messerscharfen Riffs und wild galoppierenden Rhythmen. Einen ähnlich radikalen Wandel haben zuletzt Metallica mit „St. Anger“(2003) vollzogen. Ob „The Unquestionable Truth: Part 1“ dieselben Kontroversen auslösen wird?

Gut möglich, denn anstelle handzahmer Coverversionen für die Charts („Behind blue eyes“) knüppelten Limp Bizkit diesmal kompromisslosen Hardrock im Stile der kongenialen Rage Against The Machine ein („The truth“). Das Ganze wird im Mittelteil mit einem coolen Old-School-Rap garniert („The key“), ehe mit „The channel“ wieder die Axt herausgeholt und ein weiteres Groove-Monster auf die Menge losgelassen wird. Wut, Hass, Verzweiflung – die klassischen Antriebsfedern des Rock ’n Roll haben auch Fred Durst einen mächtigen Tritt in den Hintern versetzt. Oder ist der erhöhte Absinth-Konsum schuld? Egal! Auf jeden Fall hatte der Bursche schon lange nicht mehr soviel Biss wie auf dieser Scheibe.

„The Unquestionable Truth: Part 1“ ist ein überraschend hartes Langeisen, das die Anhänger spalten wird. Allein dieser Gedanke macht das Vergnügen dieser Platte aus. Schluss mit Kindergartenmusik. Oder, um mit Fred Durst zu sprechen: „Oh, mother fuck that! You wanna talk about some shit?!“

Anspieltipps:

  • The key
  • The truth
  • The story
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