Rockblock 3001 - Daydancer - Cover
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Rockblock 3001 Daydancer


  • Label: Code Red Records/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als sich die Wüstensöhne von Kyuss vor zehn Jahren nach dem Album „And The Circus Leaves Town“ trennten, war das Geheule unter den Fans groß. Doch mit den Queens Of The Stone Age fand sich bald eine Nachfolgeband aus den Kyuss-Trümmern, die noch größer, besser und erfolgreicher sein sollte. Zwar legten die Queens den typischen Kyuss-Sound nach und nach ab, aber inzwischen scheint sich QOTSA-Boss Josh Homme zu seinen Wurzeln zurückzusehnen. Kein Wunder. Schließlich fesselte der wüstensandknirschende Stoner-Rock Scharen von Fans und Nachahmern.

Gleich sechs Mann hoch kommt eine deutsche Nachwuchsband daher, die sich ebenfalls dem sogenannten Wüstenrock verschrieben hat. Und ehrlich gesagt: das macht sie sogar richtig gut. Rockblock 3001 nennt sich die Formation, die mit ihrem Debütalbum „Daydancer“ dort ansetzt, wo Kyuss aufgehört haben. Fabsn (Vocals), Tobi (Gitarre), Andrew (Gitarre), Mo (Gitarre), Steven (Bass) und Koonst (Drums) heißen die Herrschaften. Und es ist kein Schreibfehler: Mit gleich drei Gitarristen lassen sie selbst Iron Maiden alt aussehen.

Schon das Intro, ein hypnotischer Stoner-Rock/Doom-Brocken, macht deutlich, dass die seit 1999 in unterschiedlichen Besetzungen musizierenden Jünglinge etwas von ihrem Handwerk verstehen. Sägende Gitarren, ein groovender Bass und hämmernde Drums werden zu einem dampfenden Doom-Sud vermengt, der in den famosen Stoner-Rocker „Daydancer“ mündet. Und hier garantiere ich: spielt diesen Song euren Kumpels vor und behauptet, das wären Queens Of The Stone Age mit einem Gastsänger – sie würden es sofort glauben!

Mit „Diary of repentance“ fahren Rockblock 3001 auf ähnlich hohem Niveau fort. Sie mischen hier und da ein paar Einflüsse außerhalb des Stoner-Rock-Kosmos in die Komposition (das Name Dropping sparen wir uns an dieser Stelle), bleiben aber jederzeit eigenständig. Dass dabei nicht alle Songs auf „Daydancer“ gleichermaßen überzeugen können („Honeycutt“ und „Desert charming“ fallen zum Beispiel etwas aus der Reihe), fällt nicht so sehr ins Gewicht. Denn grandiose Doom-Knaller wie „Get rid of your moustache“ machen dermaßen viel Spaß, dass kleine Qualitätsschwankungen gerne verziehen werden.

Mit „Daydancer“ ist Rockblock 3001 ein feines Debütalbum geglückt, das bei Stoner-Rock-Fans offene Türen einrennen dürfte.

Anspieltipps:

  • Flash d´ór
  • Daydancer
  • Elektro the rapist
  • Diary of repentance
  • Get rid of your moustache
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