Midge Ure - Re*Live - Cover
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Midge Ure Re*Live


  • Label: Hypertension-Music
  • Laufzeit: 74 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

"Re*Live" ist ein Spiegelbild aus gut zwei Dekaden internationaler Pop-Geschichte.

Midge Ure, die Diva unter den Ikonen des Absolut-Pops, liefert wieder ein meisterliches Werk ab: "Re*Live". Der gebürtige Schotte ist schon seit den 70er Jahren musikalisch aktiv, um nicht zu sagen hyperaktiv. Schon mit der Formation Slik landerte er ganz oben in den englischen Charts; wer erinnert sich nicht an Mega-Seller wie "Forever and ever" (1976) oder auch "The kids are punk"? Es folgten Bands wie The Rich Kids, Thin Lizzy, Visage ("Fade to grey", 1981), Ultravox ("Dancing with tears in my eyes", "Vienna"). Mit Ultravox fegte Midge Ure derzeit Pop-Bands wie Depêche Mode und The Cure aus dem Weg und knallte richtig rein. Nur kurze Zeit später, im Jahre 1984, arbeitete Midge Ure mit Bob Geldof an dem Hilfsprojekt, was richtig Musikgeschichte geschrieben hat: Band Aid. Wer damals nicht dabei war, wird das nicht wieder gut machen können. 1,5 Milliarden Menschen sahen die Live-Übertragung im TV. Wer schreibt sonst schon solche Zahlen? 20 Jahre später brachten Ure und Geldof eine Neuaufnahme von "Do they know it`s christmas" raus, die auch wieder wochenlang die Nummer 1 in diversen Ländern blockierte. Seit 1985 wandelt Midge Ure auf Solopfaden, die ihm nicht minderen Erfolg einbrachten. Nummern wie "If I was" und "Breathe" bleiben unvergessen. Ein gewaltiger Meilenstein internationaler, melodischer Popgeschichte.

"Re*Live" ist ein Spiegelbild aus gut zwei Dekaden internationaler Pop-Geschichte, aufgenommen auf der 2003er Live-Tour und auch auf DVD (+ 2 Nummern) erhältlich. "Re*Live" muss man als musikalisches Abziehbild einer ganzen Generation betiteln. Man lebte mit Songs aus Feder und Kehle von Midge Ure, Midge lebte in diesen Menschen und tut es noch heute. Selbst die, die diesen Songschreiber vielleicht schon durch neue Standbilder ersetzt haben, werden vieles andere gern wieder vergessen wollen, wenn sie durch "Re*Live" an Gewesenes, noch immer uns begleitendes erinnert werden. Midge Ure ist ein Musiker, der z. B. auch instrumental die Leute in seinen Bann zieht und rhythmisch verzaubern kann ("Astradyne"). Angenehm überrascht ist der Zuhörer, dass Midge Ure auch live alle Töne trifft. Manko vieler Sänger in den 70ern und 80ern war es ja leider, dass sie im Studio total abräumten, live auch Power hatten, leider nur keine Stimme. Fast alle bekannten Songs von Midge Ure, Ultravox und Visage sind enthalten, teils in leicht aufgeputzer Version, die den Nummern allerdings ihre altbekannte Identität nicht nimmt, die nur bereichert und etwas heutigen Standards anpasst.

Dieses - man könnte best of-Album sagen - Werk überzeugt all die, die Midge Ure in den letzten 20 Jahren treu ergeben waren sicherlich, vermutlich werden noch viele neue Musikliebhaber dazustoßen und den Ur(e)-Kreis schließen. "Re*Live" hat Potential und Güte, Seele und Leidenschaft, auch werden einige wieder sagen "Es ist doch nur Pop". Ja, es ist doch nur Pop, aber Pop, der nicht aus der Konserve kommt, Pop, der dem Zuhörer Raum gibt, Raum, sich mit der Platte zu identifizieren, Raum, um seine Vorstellungskraft beim Anhören mit einzubringen. Enttäuschend ist es, dass gerade dér Song der Songs von Midge Ure nicht enthalten ist: "Dancing with tears in my eyes". Die Nummer, die lange her ins Mark traf, das Lied, was jeder irgendwie mochte. Bei 17 Nummern wäre es auf diese eine wohl nicht mehr angekommen ... (selbst auf der DVD wurde hieran unverständlicherweise gespart). Aber all in all auf jeden Fall ein Album, welches in jeder Sammlung vorhanden sein sollte. Midge Ure, das ist Geschichte, das ist unsere Jugend, unsere Vergangenheit. Die sollte man sich bewahren und mit "Re*Live" einfach nochmal erleben.

Anspieltipps:

  • If I was
  • Vienna
  • Fade to grey
  • The voice
  • Sleepwalk
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