Subterfuge - The Legendary Eifel Tapes - Cover
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Subterfuge The Legendary Eifel Tapes


  • Label: Supermoder/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier haben wir fünf gute Freunde aus Düsseldorf, die sich 1991 überlegten, eine Band zu formieren und sich hiermit einen großen Traum erfüllten: Subterfuge. Man träumte vom großen Erfolg, man träumte vom Musizieren zusammen. Wieder ein Beispiel dafür, dass man seine Träume nicht träumen, sondern leben sollte. Subterfuge sind jetzt seit über 15 Jahren im Geschäft und noch kein Stück leise geworden oder gar verstummt. Ihnen stellten sich "Stolpersteine" wie Jobleben, Frauen, Geldsorgen, Depressionen, Label-Gestreß und Kinder, Streit, Zweifel und Fragen ohne Antworten in den Weg, und trotzdem ... sie taumelten vielleicht, aber sie machten immer weiter, und jedes Mal mehr und erfolgreicher. Sie räumten 1993 mit dem Album "Fabulous" ab, "Marc" folgt 1996, und dann kam 2001 noch "I do birds". Subterfuge ist keine "Jedes-Jahr-N`en-Album-Band", Subterfuge sammeln und versprühen dann komprimiert, das macht sie aus, vermutlich. Subterfuge sind ganz deutlich die wohl bekannteste Band Düsseldorfs, vor allem, wenn man von Vorliebe zu Gitarren-lastiger Musik spricht. Erfolgreich waren die Jungs u. a. als Support für Kracher wie Asylum, Superchunk, Polvo oder auch Sebadoh. Subterfuge besetzt sich mit den folgenden Herrschaften: Lars Schmidt (Gesang, Gitarre), Kai Blankenberg (Bass, Produzent), Tom Blankenberg (Tasten), Daniel Klingen (Schlagzeug) und Thomas "Tommy" Baumhoff (Gesang, Gitarre, Webmaster).

Subterfuge (zu gut Deutsch: die Ausflucht, der Vorwand). Vor was sie flüchten, für was sie einen Vorwand suchen, lässt sich auf der neuen Scheibe "The Legendary Eifel Tapes" nicht wirklich ergründen, aber danach suchen wir auch gar nicht. Subterfuge machen sehr leise Musik, die aber nicht - wie einige jetzt vermuten - wirklich leise ist, denn durch ihre durchdringende Stille ist sie lauter als vieles andere, laut von innen heraus. Die Sounds dieser Band verzaubern, berühren, bringen den Zuhörer wieder auf Linie, erinnern dran, dass es mal wieder Zeit zum Abschalten, zum Chillen ist, und sie geben Kraft, Kraft, um den Alltag zu meistern, dem Leben mal einen gewaltigen Tritt zu versetzen, wenn es wieder aus der Schiene springen sollte. Subterfuge machen Mut und teilen ihre eigene Energie mit dem Zuhörer. "The Legendary Eifel Tapes" hat ihren Namen bekommen, weil die Jungs sich für die Aufnahmen in der Eifel in einem Ferienhaus zum Brainstormen und Komponieren weggeschlossen haben. Eine romantische Recording-Story, auch vermutet man, in solchen Momenten kommen die Augenblicke, in denen man sich irgendwann gewaltig auf den Keks geht, weil der Raum einfach zu klein wird. Aber bei dieser Gruppe Mensch scheint das anders zu sein: sie lassen alles ab, ab in ihren Texten und ab in ihren Kompositionen, und davon profitieren wir dann schlußendlich. Das gesamte Album ist recht akustisch gehalten und lädt zum Mitträllern ein. "The Legendary Eifel Tapes" ist insgesamt eine melodische Geschichte mit treffenden, merkbaren Hooklines, wenn auch nicht mit Chartkrachern bestückt, eher Zuhörmusik, Mitmachmusik, aber keinesfalls kommerziell ausgerichtet. Ab und an blinzelt ein Fetzen Dylan-Mythologie durch ("All that I miss") oder gar swinging Sequenzen ("The art of fighting").

Da Subterfuge sehr zeitlose Musik machen, ist diese Platte sehr empfehlenswert, weil sie einem nicht so schnell oder eher gar nimmer aus dem Hals hängen wird. Man kann sie immer wieder "drehen", zu verschiedenen Anlässen, sie passt einfach immer. An sich ist der Stil der CD klar vorgegeben mit all den Akustik-Elementen und -Linien, allerdings wechseln die instrumentalen Besetzungen und internen Tempi recht häufig, so dass die Sache interessant bleibt, auch nach 10 x Anhören. Subterfuge sind anders, Subterfuge sind spannend, gefühlvoll, textlich gesehen experimentell und aussagekräftig. Für Menschen, die Musik nicht nur hören, sondern auch fühlen eine wundervolle Maßnahme.

Anspieltipps:

  • All that I miss
  • Me and the January girl
  • The art of fighting
  • Someone else`s song
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