Norma Jean - O´God, The Aftermath - Cover
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Norma Jean O´God, The Aftermath


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Norma Jean sind Cory Brandan (Gesang), Scottie Henry (Gitarre), Chris Day (Gitarre), Jake Schulz (Bass) und Daniel Davison (Schlagzeug), die allesamt aus Atlanta/Georgia stammen. 2002 debütierten Norma Jean mit "Bless The Martyr And Kiss The Child". Dieses Werk brachte Norma Jean allerdings nicht mehr ein als einen kleinen Anerkennungserfolg, wenn man diesen überhaupt als einen solchen bezeichnen kann. Norma Jean ist eine Band, die fünf Jahre lang quasi auf der Straße lebte, weil erstens Musik ihre Art zu Leben ist und sie zweitens jede Möglichkeit, jede Straße, Kneipe, jedes Haus auf ihrem Weg nutzen, um aufzutreten und ihre Musik unter`s Volk zu bringen. Jede einzelene "Show" brachte ihnen eine Individual-Fanbase ein.

Mit "O`God, The Aftermath" fahren Norma Jean endlich die ihnen zustehenden Lorbeeren in die Tenne ein. Produziert wurde "O`God, The Aftermath" von niemand anderem als Matt Bayles (Isis, Botch, Mastodon), aufgenommen wurde im etablierten Stone Gossard (Pearl Jam) Studio Litho. Dieses Album beinhaltet elf Nummern, die etwas Hymnisches vermitteln, eine gewaltig-gewagte Atmosphäre schaffen und sich glasklar in die Gehörgänge waschen. Cory Brandan, der Neuzugang in der Band, sagt zur neuen Entwicklung von Norma Jean: "Eine Reihe von Bands sagen, dass sie sich weiterentwickelt haben ..." Norma Jean allerdings haben sich tatsächlich weiterentwickelt und etwas aus den ihnen gegebenen Möglichkeiten gestrickt. "Das ist nur eine Folge nach über zweieinhalb Jahren auf Tour mit nur einer veröffentlichten Platte. Mit "O`God, The Aftermath" wollen wir etwas tun, dass musikalisch schwierig und künstlerisch ausgeglichen ist. Jeder, der seine Erwartungen an das 2002er Debüt "Bless The Martyr And Kiss The Child" anknüpft, wird davon nicht viel finden."

Norma Jean nehmen ihre Musik ernst und seriös, sich selbst allerdings etwas weniger. War doch kürzlich zu lesen, dass sich einer der Normas das Wort "BBQ", versehen mit Pfeilen Richtung Mund, zeigend auf die Lippen tatöwieren ließ. Man sollte annehmen, es handele sich hier um einen derben Scherz. Aber nein, Norma Jean ziehen solche Späße durch, gnadenlos, ohne Rücksicht auf eventuelle "Aftermaths".

Songs wie "Muderotica" (Math-Metall-Madness), "Bayonetwork" (hypnotisierend-melodisch) und "Disconnecktie" (aggressiver Opus von zehn Minuten Spielzeit) haben Norma Jean so ziemlich alles im Angebot, was man nicht erwarten mochte. Sie füllen die gesamte Breite des Heavy Metall aus, vor allem die düsteren Parts, die sie deutlich zelebrieren. Die auf "O`God, The Aftermath" vorgestellten Songs beinhalten diverse Tempiwechsel, thematisch ausgebrütete Texte und Ausarbeitungs-Spiegel der Extraklasse. Hält man dieses Album für finster, belehrt Davison das Volk eines Besseren: "Viele Leute sind der Auffassung, das Wort "aftermath" hätte eine negative Konnotation, aber ich sehe das eher als eine positive Sache; eine "angenehme Nachwirkung" kann man sagen. Betrachtet man es von einem spirituell-geistigen Standpunkt, geht es um die Nachwirkungen von Anmut oder Rettung."

Die auf "O`God, The Aftermath" vertretenen Songs garantieren einen höllischen Ritt durch`s Metall-Zeitalter. Man geht ab, man öffnet sich, man relaxt, man kotzt die Welt aus, aber danach geht`s einem richtig gut. Norma Jean spielen emotionale Musik, auch sollte man dies zu Beginn der CD weniger vermuten. Norma Jean sind Speed-Metall der Extravaganz und Extraklasse, "O`God, The Aftermath" verfügt über sauber gespielte Gitarren, satte Bässe und hammermäßige Drums sowie rhythmisch gespielte Nummern. Bleibt abzuwarten, wie die Jungs von Norma Jean live auf deutschem Boden abschneiden! Für die Liebhaber dieses Genres sicherlich eine Empfehlung, die kein Risiko in sich birgt.

Anspieltipps:

  • Murderotica
  • Coffinspire liarsenic
  • Disconnecktie
  • Bayonetwork
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